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EVCA veröffentlicht Corporate Venturing Activity Report 2002

Direktes Corporate Venturing ist in Europa auch im Jahr 2002 weiterhin rückläufig. Mit 337 Mio. ...

Direktes Corporate Venturing ist in Europa auch im Jahr 2002 weiterhin rückläufig. Mit 337 Mio. € in 2002 ist das Investment in diesem Bereich um 38% im Vergleich zum Vorjahr (544 Mio. €) geschrumpft. Corporate Venture-Fonds schlossen in 2002 weniger Deals ab als im Vorjahr: 377 Finanzierungen zählt der EVCA Report für 2002; 474 waren es im Jahr zuvor. Von den in 2002 getätigten Investitionen entfielen 54% auf Start-up-Unternehmen, 41% auf den Bereich Expansion. Investitionsstark war der Bereich Biotechnologie: 32 Unternehmen wurden hier von Corporate Fonds unterstützt, im Jahr 2001 waren es nur 19. Weiterhin erhielten beträchtliche Finanzierungen die Bereiche Computer Software, Consumer-Produkte und Telekommunikations-Hardware. Zusammen mit dem Sektor Biotechnologie entfielen 60% der getätigten Investitionen und 50% der investierten Geldmittel in 2002 auf diese Branchen. Deutschland zeigte sich 2002 besonders investitionsfreudig: 47% der Deals wurden hier getätigt. Das sind die wesentlichen Ergebnisse des Corporate Venturing Activity Reports für das Jahr 2002, den die European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA), Brüssel, am 1. 10. 2003 auf der 8. jährlichen EVCA Technology Investment Conference in Amsterdam veröffentlicht hat.
Alan Duncan, Director bei Prelude Venture und als Mitglied des EVCA High-Tech Committees verantwortlich für die Corporate Venturing-Initiativen bei der EVCA, kommentierte, es erstaune nicht, dass die EVCA-Zahlen für das Jahr 2002 einen Rückgang der in Europa getätigten Corporate Venturing-Investitionen belegten. Diese Entwicklung habe der Großteil der Venture-Industrie in Europa durchgemacht. Ermutigend sei, dass 377 Unternehmen vergangenes Jahr von Corporates Geldmittel erhielten und dass das Niveau der Syndizierungen angestiegen sei. Obwohl Corporate Venturing-Programme häufig als strategische Aktivitäten der Muttergesellschaft betrachtet würden, zeige die Befragung, dass der finanzielle Gewinn bei 76% der befragten Fonds wesentlicher Faktor sei, so Didier Guennoc, EVCA Research Director.
Europäische Gesellschaften investierten in 2002 einen Betrag von 337 Mio. € in direktes Corporate Venturing. Gegenüber dem Vorjahr, in dem noch 544 Mio. € investiert wurden, bedeutete das einen Rückgang um 38%. 377 Corporate Venturing-Deals wurden 2002 in Europa getätigt. 474 waren es noch im Vorjahr (-20%). Die durchschnittliche Deal-Größe verringerte sich weiterhin von 1,1 Mio. € (2001) auf 0,9 Mio. € in 2002. Zudem stand bei Corporate Venture-Managern die Syndizierung der Deals hoch im Kurs (36% der Deals), ebenso wie der Wille, ihre Portfoliogesellschaften stärker im Bereich Vertrieb und Marketing zu unterstützen.
Corporate Venture-Manager setzten das Fundraising bei ihren Muttergesellschaften fort. Einige bezogen Mittel aber auch aus externen Quellen. In Europa beschafften Corporate Venture-Manager vergangenes Jahr Gelder i.H.v. mehr als 58 Mio. € aus unabhängigen Quellen. Damit ist die Summe um fast 70% im Vergleich zu 2001 (179 Mio. €) zurückgegangen. Dieser beträchtliche Rückgang geht mit einer veränderten Struktur der Fonds-Quellen einher. So wurden Muttergesellschaften wieder zu den Hauptquellen für Finanzmittel, während Banken und Funds-of-Funds ihr Engagement deutlich senkten.
Die Höhe des veräußerten Kapitals (Bewertung zu Anschaffungskosten) betrug 303 Mio. € (2002) und erhöhte sich damit im Vergleich zu 2001 um 24% (244 Mio. €). Abschreibungen betrugen 50% des veräußerten Kapitals (Bewertung zu Anschaffungskosten), da Corporate Venturing-Fonds die Bereinigung ihres Portfolios fortsetzten. Trade Sales machten 25% aus; der Verkauf von börsennotiertem Eigenkapital erreichte weitere 16%.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 05.11.2003

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