Eventuell Partner gefunden
Comdirect tüfftelt an Auslandsstrategie

Der Online-Broker Comdirect verschiebt die Bekanntgabe seiner Quartalszahlen vom 12. auf den 16. November. Der Aufsichtsrat hat offenbar bereits am Donnerstag über die erwartete Auslandsstrategie entschieden.

dpa-afx/rtr/vwd NÜRNBERG/QUICKBORN. Comdirect-Sprecher Andreas Bartels erklärte, dass der Aufsichtsrat "strategische Entscheidungen getroffen hat, die noch in den Quartalsbericht eingebaut werden müssen". Wie aus Branchenkreisen zu erfahren war, sollen keine Entscheidungen über Kapitalverflechtungen oder Fusionen mit Wettberwerbern gefallen sein. Anfang der Woche hatte Comdirect erklärt, dass Partner für die Filialen in Frankreich und Italien gesucht werden. Ihre britische Filiale wolle der Online-Broker behalten.

Vorstandssprecher Karl Matthäus Schmidt bestätigte, dass man über das Geschäftsmodell des Nürnberger Unternehmens und der Muttergesellschaft Schmidt-Bank in Hof nachdenke. "Es ist richtig, dass die derzeitige konjunkturelle Lage das Kreditgeschäft nicht einfacher macht", sagte Schmidt in einem Interview mit dem Handelsblatt. Die großen Veränderungen in der Branche gingen auch an der Schmidt-Bank nicht spurlos vorüber. "Aus diesem Grund denken wir durchaus über das Geschäftsmodell von SchmidtBank und Consors nach", sagte er, ohne jedoch weitere Details zu nennen.

Die sich anbahnende Konsolidierung unter den Direktbrokern halte er für sinnvoll, sagte Schmidt weiter. Consors wolle eine aktive Rolle spielen. "Wie die Kooperations- oder Fusionspartner dann letztlich heißen werden, weiß heute noch niemand." Er gehe davon aus, dass drei bis vier Online-Broker übrig blieben. "Consors wird einer davon sein", fügte er hinzu.

Spekulationen zur Übernahme

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen über Gespräche über eine Übernahme von Consors gegeben. Consors hatte nach Angaben aus Bankenkreisen dabei schon mit der Hypo-Vereinsbank, der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Allianz Sondierungsgespräche geführt. Die Angaben, die Verhandlungen seien meist an den zu hohen Forderungen von Consors gescheitert, wies Schmidt zurück: "Consors ist eine starke Marke und im Vergleich zum Wettbewerb an der Börse zu niedrig bewertet." Er wundere sich darüber, dass man versuche, ihm den schwarzen Peter zuzuspielen. Dahinter stecke offenbar das System, Consors bei den Aktionären und den Kunden zu diskreditieren.

Consors ist nach Marktkapitalisierung der drittgrößte Online-Broker in Europa hinter Marktführer Comdirect und DAB Bank AG.

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