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EVN will in Slowakei Fuß fassen

Die EVN AG will sich geografisch in den Osten erweitern. Am Freitag hat der niederösterreichische Strom-, Gas- und Wärmeversorger ein verbindliches Angebot für den slowakischen Versorger Zapadoslovenske Energeticke (ZSE) vorgelegt.

rtr WIEN. EVN habe für 49 Prozent der ZSE ein Angebot abgegeben, sagte ein EVN-Sprecher am Freitag. EVN bietet allerdings alleine für die ZSE, weil sich ein Partner in der Energie Allianz, die Wiener Stadtwerke, zurück gezogen haben. Die EVN hat auch Abstand genommen, für alle drei Versorger, die zur Privatisierung kommen, zu bieten. EVN tritt damit vor allem gegen deutsche Konkurrenz an, weil für ZSE auch die deutschen Versorger RWE AG, Eon AG und die EnBW Angebote abgegeben haben. Mit der ZSE würde die EVN ihr bisheriges Versorgungsgebiet nach Osten um weitere 970 000 Kundenanlagen erweitern. Die ZSE ist der größte der drei zur Teilprivatisierung kommenden Versorger der Slowakei und setzt im Jahr rund knapp 7000 Gigawattstunden Strom ab. "Wenn die EVN mit ihrem Angebot erfolgreich ist, könnte das auch ein Brückenschlag zu einem der Beitrittskandidaten sein", sagte der EVN-Sprecher. Details zum Angebot gab es seitens der EVN nicht.

Wien-Energie, ein kommunales Unternehmen unter der Wiener Stadtwerke Holding AG, hat sich Mitte der Woche zurückgezogen, nachdem noch man noch bis zum Schluss intensiv daran gearbeitet habe, sagte Karl Skyba. Skyba, Chef der Wiener Stadtwerke, hatte allerdings am Freitag gegenüber Reuters gesagt, "wir haben uns nach langer Prüfung entschieden, uns nicht zu beteiligen".

Rein wirtschaftlich hätte eine Beteiligung dargestellt werden können, in der Gesamtsicht sei aber die Führung von WienEnergie zur Auffassung gekommen, von einer Beteiligung Abstand zu nehmen. "Die EVN hat aber unsere Unterstützung", sagte Skyba. Ursprünglich wollten EVN und Wiener Stadtwerke - die führenden Mitglieder der Energie Allianz, zu der noch die Energie AG Oberösterreich, die Linz AG und die burgenländischen Versorger BEGAS und BEWAG gehören - am Privatisierungsverfahren auch für die beiden anderen slowakischen Netzbetreiber - Stredoslovenske Energeticke (SSE) und Vychodoslovenske Energeticke Zavody (VSE) - teilnehmen.

Für SSE und VSE haben deutsche und italienische Versorger Angebote abgegeben. Auch die Electricite de France (EdF) bzw. die tschechische Ceske Energeticke Zavody (CEZ) ist weiter im Rennen um die Anteile.

EVN notierten am Freitag gegen 13.20 MESZ bei 45,00 (44,50) und haben damit seit Jahresbeginn 1,7 Prozent an Wert verloren. Der ATX hat seitdem 15,5 Prozent zugelegt.

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