Evolutionsbiologen sehen Parallelen zum Tierreich
Frühling bringt Gefühle in Wallungen

Endlich ist der Frühling da: Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um die 20 Grad gerät auch der größte Griesgram in Flirtlaune. Aber wie entstehen eigentlich die berühmten Frühlingsgefühle?

Die Temperaturen steigen, bleiernes Grau am Himmel weicht einem zarten Blau und plötzlich wird einem warm ums Herz. Klar und deutlich liegt Veränderung in der Luft: Bäume sind jetzt ausschließlich zum Ausreißen da und irgendwie erscheinen die Mitglieder des anderen Geschlechts attraktiver als noch vor einem Monat. Ein merkwürdiges Kribbeln im Bauch lässt nur eine Diagnose zu: akute Frühlingsgefühle.

Aber warum erliegen wir jedes Jahr aufs Neue diesem Phänomen? Kein Zweifel: Die Jahreszeiten beeinflussen wesentlich den Rhythmus der Natur. Sie bestimmen nicht nur das Klima und die Vegetation, sondern steuern eben auch die Zyklen des Lebens - und der Fortpflanzung. So erhöht sich etwa die weibliche Empfängnisbereitschaft im Mai und im Juni um 7 Prozent gegenüber dem Jahresdurchschnitt.

Das länger anhaltende Tageslicht und die wärmer werdende Umgebung veranlassen Hirn und Körper, Hormone auszuschütten. Das Zauberwort heißt Serotonin. Das Glückshormon lässt uns fröhlicher und aufgeschlossener werden - und offener für Flirts. Tatsächlich belegen Studien, dass im Frühling die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Partnerschaften geschlossen werden.

Evolutionsbiologen sehen zudem eine Parallele zum Tierreich. Im Frühjahr herrschen bessere Bedingungen für die Fortpflanzung und die Aufzucht der Jungen. So erweitern beispielsweise Kanarienvogel-Männchen in jedem Lenz ihr Gesangsrepertoire, um ihre gefiederten Damen zu becircen. Auch Menschen-Männer profitieren vom veränderten Hormonhaushalt zu Beginn des Jahres: Er ermöglicht ihnen ein verbessertes räumliches Denken.

Letzteres ist womöglich besonders beim Sitzen in Straßencafés von Vorteil: Da die wärmende Sonne leichtere Bekleidung zulässt, werden schließlich im Winter verborgene Reize jetzt wieder sichtbar, was der Flirtlaune durchaus zuträglich sein dürfte.

Sabine Wery v. Limont, Psychologin bei der Online-Partneragentur Parship.de , sieht den eigentlichen Auslöser für das Gefühlswirrwarr aber nicht in kurzen Röcken und engen Oberteilen, sondern eher darin, dass die Menschen im Frühjahr schlicht phantasievoller und wagemutiger sind als im Winter. "Der veränderte Hormonhaushalt führt dazu, dass man sich eher auf Gedankenspiele einlässt: Könnte der oder die zu mir passen?", so v. Limont. Eine Fähigkeit, die nach Ansicht der Psychologin "im Winter eher eingefroren" ist.

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