Evotec-Aktie verlor bis zum Mittag 13 %
Analysten sehen Evotec-Vorstandswechsel mit Skepsis

Der Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Biotechnologieunternehmens Evotec, Karsten Henco, tritt nach Angaben des "manager magazins" von seinem Posten als Vorstandschef zurück.

rtr HAMBURG. Nachfolger werde Finanzvorstand Jörn Aldag, berichtete das Wirtschaftsmagazin am Mittwoch vorab. Zum genauen Zeitpunkt und zu den Motiven des Wechsels wurde nichts bekannt. Eine Evotec-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Unter Verweis auf Weggefährten Hencos berichtet das "manager magazin", dass Henco möglicherweise in den Aufsichtsrat wechseln werde.

Analysten sehen die mögliche Veränderung an der Evotec-Spitze mit Skepsis. Die im Blue Chip-Index Nemax-50 des Neuen Marktes notierte Evotec-Aktie verlor in einem festen Gesamtmarkt bis zum Mittag über 13,00 % auf 15,77 Euro. "Ein Management-Wechsel ist keine gute Nachricht", sagte Meng Si, Analystin bei der Bankgesellschaft Berlin. Obwohl sich Aldag als Finanzvorstand bewährt habe, befinde sich Evotec durch die Integration der übernommenen Oxford Asymmetry International (OAI) derzeit in einer Wachstumsphase. Ein Wechsel an der Unternehmensspitze komme daher zu keinem guten Zeitpunkt. Die Analystin stuft Evotec gegenwärtig mit "Halten" ein.

Auch die Analysten von SES Research bewerten Evotec derzeit mit "Marketperformer". Sie bescheinigen dem Unternehmen gute Aussichten, ein bedeutender Dienstleistungspartner der Pharmabranche zu werden. Mit der Übernahme der britischen OAI könne sich Evotec der Biotechnologie- und Pharmabranche als One-Stop-Shop für die Wirkstoffsuche präsentieren. Die Gesellschaft könne nun die Wertschöpfungskette von der Identifizierung von Zielmolekülen (Targets) bis zur Lieferung der Wirkstoffe für die klinische Phasen abdecken. Nachdem Evotec und OAI bereits zahlreiche Kontraktpartner gewonnen hätten, rechnen die Analysten "mit einem anhaltenen positiven Newsflow".

Merck Finck-Analyst Juri Jenkner wartet ebenfalls auf weitere Aufträge, die die Entwicklung Evotecs hin zu einem Dienstleister für die Pharmabranche bestätigten. Bislang habe Evotec eine Vereinbarung mit Medigene geschlossen, sagte Jenkner. Allerdings sei dieser Deal sehr klein. Mögliche Veränderungen in der Führungsspitze sieht der Analyst derzeit kritisch. Die Evotec-Reaktion auf die Spekulationen wertete der Analyst als "bedenklich".

Vorstandschef Henco hatte laut "manager magazin" Evotec 1993 mit weiteren Partner ins Leben gerufen, nachdem er bereits in den 80er Jahren mit Metin Colpan die ebenfalls am Neuen Markt notierte Biotechfirma Qiagen gegründet hatte. Mit der im vergangenen Jahr übernommenen OAI wolle sich Evotec als Allround-Dienstleister für die präklinische Forschung und Pharmaindustrie positionieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%