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Evotec OAI weitet Verluste bei sinkendem Umsatz aus - Abschreibungen

Das Biotechnologie-Unternehmen Evotec OAI hat wegen eines schwachen dritten Quartals in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seinen Nettoverlust bei einem gesunkenen Umsatz ausgeweitet.

dpa-afx HAMBURG. Das Biotechnologie-Unternehmen Evotec OAI hat wegen eines schwachen dritten Quartals in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seinen Nettoverlust bei einem gesunkenen Umsatz ausgeweitet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nahm von Minus 3,5 Mill. Euro auf Minus 6,1 Mill. Euro ab, wie die im TecDax gelistete Evotec am Donnerstag mitteilte. Gleichzeitig bestätigte Evotec seine kürzlich gesenkte Prognose für 2004. Die Aktie konnte sich bis zum Nachmittag um 0,4 Prozent verbessern und notierte etwas besser als der Markt.

Der operative Verlust stieg in den ersten neun Monaten auf 19,6 Mill. Euro nach 12,3 Mill. Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz sank zwischen Januar bis September auf 47,4 Mill. Euro (VJ: 56,7 Mio.). Dieser Rückgang ist laut Evotec vor allem auf ein starkes drittes Quartal 2003 zurückzuführen. Wegen Abschreibungen und Investitionen in ein Forschungsprogramm vergrößerte sich der Nettoverlust auf 17,7 Mill. Euro (VJ: 9,9 Mio.). Der Bestand an liquiden Mitteln betrug Ende September 17,2 Mill. Euro. Der Umsatz- und Auftragsbestand habe Ende Oktober 2004 72 Mill. Euro betragen.

Gesenkte Prognose Bestätigt

Evotec hatte Ende Oktober die Prognose für 2004 vor dem Hintergrund eines schwachen dritten Quartals nach unten korrigiert. "Den Umsatzausfall aus dem ersten Quartal konnten wir nicht ausgleichen", sagte Vorstandsvorsitzender Jörn Aldag bei Vorlage der endgültigen Zahlen. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatz für 2004 von 70 Mill. bis 75 Mill. Euro. Zuvor hatten die Hamburger auf Basis aktueller Wechselkursraten ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (77 Mill. Euro) in Aussicht gestellt.

Das Ebitda soll nun zwischen minus vier und minus sieben Mill. Euro liegen. Das Ebitda sollte der alten Prognose nach positiv sein, aber unter dem Niveau des Vorjahres (4 Mill. Euro) liegen. Im 4. Quartal werde ein Umsatzwachstum zwischen zehn und 35 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum erwartet. Das Unternehmen rechnet für dieses Jahr nach dem sogenannten Werthaltigkeits-Test (Impairment) noch mit einer möglichen Abschreibung auf Teile des Anlagevermögens, die einen Umfang von 50 bis 75 Mill. Euro haben könnte, sich aber nicht auf die Liquidität auswirken wird. Für 2005 wird Evotec erst im März einen Ausblick geben.

Analyst Gibt Nachhaltigkeit DER Umsätze ZU Bedenken

"Mit dem Blick auf die Umsatzentwicklung und die Kundennachfrage stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit", sagte Analyst Volker Braun von equinet. "Die Gewinnwarnung ist noch nicht lange her und das Vertrauen der Investoren muss Evotec erst wieder gewinnen", sagte Braun. Die Höhe der Goodwillabschreibungen hatte Braun bei 50 Mill. Euro geschätzt. "Insgesamt steht bei Evotec nach dem Kauf von OAI im Jahr 2000 noch ein Goodwill von 100 Mill. Euro in der Bilanz."

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