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Ex-Bosch-Chef Merkle bestreitet Kohl-Spende

Der Bosch-Ehrenvorsitzende, schon 1990 wegen Parteispenden zu einer "Geldauflage" von 600 000 Mark verurteilt, dementiert einen Bericht der "Bild-Zeitung"

dpa - Stuttgart. Der frühere Bosch-Chef Hans Merkle hat Berichte dementieren lassen, er sei einer der von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) bislang nicht genannten Parteispender. «Die Spekulation entbehrt jeder Grundlage», sagte Bosch-Sprecher Frank-Ulrich Breitsprecher am Mittwoch der dpa. Weder Merkle noch das Unternehmen Robert Bosch GmbH habe an Kohl Spenden im Zusammenhang mit der Ehrenwort-Affäre geleistet.

Einen Bericht der «Bild»-Zeitung wies der Sprecher mit einem «klaren Dementi» zurück. Die Zeitung hatte neben Merkle auch die Namen von Ex-Nestle-Chef Helmut Maucher, Ex-Siemens-Vorstand Wolfgang Seelig und dem verstorbenen Münchner Bauunternehmers Josef Schörghuber genannt und sich dabei auf Gerüchte aus CDU-Kreisen berufen.

Hans L. Merkle war von 1963 bis 1984 Vorsitzender der Geschäftsführung des Stuttgarter Autozulieferers Robert Bosch und nahm noch bis 1993 Schlüsselpositionen in dem Unternehmen ein. Der Bosch-Ehrenvorsitzende beriet lange die CDU und pflegte auch enge Beziehungen zu Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). 1979 trat Merkle aus der CDU aus.

Der 87-jährige Merkle, einer der Gründer der "Staatsbürgerlichen Vereinigung", wurde 1990 im Zusammenhang mit der baden-württembergischen Parteispendenaffäre der 1980er Jahre zur Zahlung einer «Geldauflage» für gemeinnützige Zwecke in Höhe von 600 000 Mark verurteilt.

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