Ex-EU-Komissar mit neuen Aufgabenbereichen: Van Miert geht in deutsche Aufsichtsräte

Ex-EU-Komissar mit neuen Aufgabenbereichen
Van Miert geht in deutsche Aufsichtsräte

Der frühere EU-Wettbewerbskommissar Karel Van Miert wird nach eigenen Angaben bald in die Aufsichtsräte von mehreren deutschen Unternehmen einziehen. Der Belgier, der am 17. Januar 60 Jahre alt wird, erklärte allerdings, dass er die Unternehmensnamen noch nicht bekannt geben könne.

dpa BRÜSSEL. Er gehört bereits den Kontrollgremien von RWE (Deutschland), Agfa-Gevaert (Belgien) und Philips (Niederlande) an.

Van Miert sagte, bei der von seinem Kommissions-Nachfolger Mario Monti betriebenen Neuregelung des europäischen Autovertriebs erwarte er Probleme seitens der Autohersteller: "Ich weiß nicht, ob es ohne Schwierigkeiten gehen wird, wenn ein Autohändler mehrere Marken verkaufen möchte." Derzeit sei es häufig so, dass die Autohersteller die Händler sehr stark im Griff hätten.

"Der Kurs von Monti stimmt", sagte Van Miert. Monti hätte sogar noch weiter gehen können und die Kartellausnahme für den europäischen Autovertrieb ganz abschaffen können. Mit den Änderungen müsse sicher gestellt werden, dass die Bürger dort Autos kaufen könnten, wo sie das auch wollten.

Noch 1995, bei der letzten Revision der so genannten Gruppenfreistellung, habe es eine Mehrheit in der Kommission gegeben, die nicht viel ändern wollte. Brüssel plant eine Neuregelung des Autovertriebs zum 1. Oktober. Dabei soll die strenge Bindung der Händler an eine Automarke aufgehoben und ihnen Verkäufe außerhalb der abgesteckten Stammgebiete erlaubt werden.

Van Miert hatte der EU-Kommission zehn Jahre lang, von 1989 bis 1999, angehört. Der Belgier galt als eines der Aushängeschilder der Kommission von Präsident Jacques Santer, die 1999 schließlich unter dem Druck von Skandalen geschlossen zurücktrat. In Van Mierts Amtszeit fielen der Dauerstreit um die grenzüberschreitende Buchpreisbindung, das Verbot der gemeinsamen Pläne von Kirch und Bertelsmann für das Digital-Fernsehen oder das Rekordbußgeld gegen VW von 200 Mill. DM (102 Mio Euro) wegen der Beschränkung des freien Autohandels in Europa.

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