Ex-Kanzler soll CDU-Geld an Gremien vorbeigeleitet haben
Neue Ermittlungen gegen Helmut Kohl

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat ein zweites Ermittlungsverfahren gegen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) wegen des Verdachts der Untreue eröffnet.

HB BONN. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat ein zweites Ermittlungsverfahren gegen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) wegen des Verdachts der Untreue eröffnet. Wie die Behörde heute mitteilte, besteht der Anfangsverdacht, dass Kohl 1997 und 1998 den Betrag von 265 000 DM aus Geldern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Höhe von 1,14 Mill. DM, die für die Partei bestimmt waren, an den Parteigremien vorbeigeleitet habe. Diese Gelder seien für CDU-Zwecke verwandt worden, die nicht im Partei-Etat vorgesehen waren, sagte Oberstaatsanwalt Bernd König. Es bestehe aber nicht der Verdacht, dass sich Kohl persönlich bereichert habe.

Kohls Rechtsanwalt Stephan Holthoff-Pförtner sprach von einem "formaljuristischen Vorgang": Das neue Ermittlungsverfahren sei nur deshalb eröffnet worden, weil die Vorwürfe beim ersten Antrag auf Aufhebung der Immunität Kohls als Bundestagsmitglied nicht berücksichtigt gewesen seien.

Bei dem ersten Ermittlungsverfahren geht es um Spenden von 1,5 bis zwei Mill. DM, die Kohl nach eigenem Bekunden zwischen 1993 und 1998 an der offiziellen CDU-Kasse vorbei für die CDU angenommen hatte.

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