Ex-König Mohammad Sahir Schah kommt zurück
Neuer Einsatz britischer Truppen in Afghanistan

Die "Operation Schneehuhn" richte sich gegen Taliban- und El-Kaida-Gruppen, die in einem Gebirgstal vermutet würden, teilte das Ministerium mit.

Reuters LONDON/KABUL. Einige hundert Marine-Soldaten seien an dem Einsatz beteiligt, sagte ein Militär-Sprecher, ohne ihre genaue Zahl oder den Einsatzort zu nennen. Die Soldaten sollten nach Waffenlagern und Höhlen suchen, die den Taliban- und El-Kaida-Kämpfern als künftige Basislager dienen könnten. Ob die Soldaten in Kämpfe verwickelt seien, sagte der Sprecher nicht.

In März hatten US-Streitkräfte gemeinsam mit britischen und afghanischen Truppen eine Offensive gegen Mitglieder der El Kaida und der Taliban im Osten Afghanistan abgeschlossen. Die radikal-islamischen Taliban waren im Dezember von Oppositionskräften mit Unterstützung der USA und Großbritanniens gestürzt worden. Die USA werfen den Taliban vor, die Organisation El Kaida des Moslem-Extremisten Osama bin Laden unterstützt zu haben, den sie für die Drahtzieher der Anschläge vom 11. September halten.

Die britischen Soldaten seien in den vergangenen Tagen zu ihrem Einsatzort verlegt worden, sagte der Militär-Sprecher. Sie befänden sich in einer Höhe von über 3 000 Metern im Einsatz, teilweise über der Schneegrenze. Es sei eine sehr stürmische und schroffe Gegend. Bis zum Ende des Monats solle die Truppe ihre volle Stärke erreichen. Großbritannien hatte angekündigt, bis Mitte April etwa 1700 Einsatzkräfte zusätzlich nach Afghanistan zu schicken, die für Einsätze im Gebirge ausgebildet sind. Damit würde sich die Zahl der britischen Soldaten im Land auf rund 6 100 erhöhen. 2 000 von ihnen gehören der Internationalen Schutztruppe ISAF an, die zur Unterstützung der Übergangsregierung im Raum Kabul stationiert ist. Auch etwa 1 000 deutsche Soldaten sind nach Angaben der Bundeswehr an der ISAF beteiligt.

Der Chef der Übergangsregierung, Hamid Karsai, flog am Dienstag nach Rom, um den dort im Exil lebenden Ex-König Mohammad Sahir Schah zurück in seine Heimat zu begleiten. Die italienischen Behörden hatten angedeutet, dass der Ex-Monarch möglicherweise am Mittwoch oder Donnerstag zurückkehren werde. Die Rückkehr Sahir Schahs war wegen Sicherheitsbedenken mehrfach verschoben worden.

Der Ex-König gilt als Integrationsfigur beim Wiederaufbau des durch jahrelangen Krieg zerstörten Vielvölkerstaates. Der 73-Jährige kehrt als Zivilist heim, um im Juni die traditionelle Versammlung, die Loja Dschirga, zu eröffnen, die eine neue Übergangsregierung einsetzen und eine Verfassung ausarbeiten soll.

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