Ex-Manager will in Deutschland bleiben
Servin verweigert die Aussage

Der ehemalige Top-Manager des französischen Elf-Konzerns, Alfred Sirven, hat vor dem Untersuchungsausschuss zur CDU-Finanzaffäre die Auskunft verweigert.

dpa FRANKFURT/MAIN. Sirven begründete dies am Dienstag bei seiner Vernehmung in der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt bei Frankfurt damit, dass er nicht genügend Zeit gehabt habe, sich auf die Vernehmung vorzubereiten. Über seine Anwälte ließ er darüber hinaus mitteilen, dass er wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe in Frankreich auch von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch mache. Sirven soll nach einem Beschluss des hessischen Generalstaatsanwalts noch im Laufe des Abends an Paris ausgeliefert werden.

Der Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre will nun die Bundesregierung um Prüfung bitten, ob Sirven weiter in Deutschland bleiben kann. So solle ihm die Möglichkeit gegeben werden, sich auf seine Aussage vorzubereiten. Ausschussmitglieder gaben diesem Vorstoß aber wenig Aussicht auf Erfolg.

Sirven will bei längerem Aufenthalt aussagen

Sirven bot dem Ausschuss an, auf Fragen zu Schmiergeldvorwürfen im Zusammenhang mit der Privatisierung der ostdeutschen Raffinerie Leuna dann zu antworten, wenn er zwischen 14 und 20 Tagen in Deutschland bleiben könne. Dann werde er "versuchen", auf Fragen, die der Ausschuss stelle, zu antworten. Der Vorsitzende des Gremiums, Volker Neumann, wies Sirven darauf hin, dass der Ausschuss nicht Herr über das Auslieferungsverfahren sei.

Sirven verhielt sich aber äußerst zurückhaltend bei der Frage, ob er auch dazu bereit sei, falls er nach Frankreich ausgeliefert werde. Er werde weiterhin zwar guten Willen zeigen, könne sich aber jetzt dazu nicht verpflichten, sagte der 74-Jährige. In Frankreich würden ihn "schwierige Fragen" erwarten.

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