Ex-Nationalspieler knüpft Bedingungen
"Klinsi" bringt neue Kandidaten ins Spiel

Entgegen aller Vermutungen scheint mit Jürgen Klinsmann doch noch nicht der neue Bundestrainer festzustehen. Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän äußerte sich im Interview eher zurückhaltend und schränkte seine bedingungslose Bereitschaft von vor wenigen Tagen nun doch ein.

HB LOS ANGELES. Gegenüber der dpa äußerte sich Jürgen Klinsmann erneut zur Bundestrainer-Diskussion. Jedoch knüpfte er seine Bereitschaft dieses Mal an Bedingungen, nachdem er zuvor noch gesagt hatte, dass er dem DFB auf jeden Fall helfen wolle, egal in welcher Funktion. Auch zu seinen Co-Trainern in Spe, Holger Osieck und Oliver Bierhoff, wollte sich Klinsmann nicht deutlich äußern. Vielmehr brachte er eine neue Idee ins Spiel: Man solle auch mit weiteren Leuten, deren Name bisher nicht genannt wurde, reden.

Interview mit Jürgen Klinsmann

Herr Klinsmann, wird bis zum Sonntag geklärt sein, wer die Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft 2006 vorbereitet?
Ich habe kein Zeitlimit und lasse mich nicht unter Druck setzen. Es ist schwer vorstellbar, dass alles bis Sonntag entschieden ist. Ich sitze noch hier in Los Angeles, telefoniere pausenlos. Wann ich nach Deutschland komme, hängt von den Gesprächen in den nächsten Tagen ab.

Demnach darf man sie noch nicht Cheftrainer, Bundestrainer, Generalmanager oder Manager der Nationalmannschaft nennen?
Nein, weder noch. Es wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen, wer welche Funktion ausüben wird. Ich habe mich bereit erklärt, in gewisser Funktion zu helfen, aber es muss natürlich alles stimmen. Personell, von den Leuten, die da mitmachen, von den Erwartungen, die vom DFB kommen. Wenn ich einen Fulltime-Job annehme, muss ich mich so wohlfühlen und müssen die Bedingungen so super sein wie bei den Los Angeles Galaxy.

Wie kann die DFB-Auswahl bei der WM 2006 erfolgreich ist?
Es muss Stück für Stück eine neue Struktur ums DFB-Team aufgebaut werden. Neben der Schaffung eines Manager-Postens muss es ein Umdenken geben, was das Umfeld betrifft. Es sollte ähnlich sein wie unter amerikanischen Verhältnissen, wo zum Beispiel ein NBA- oder NFL-Team einen erweiterten Expertenstab hat, wo Spezialisten im psychologischen, Schnelligkeits- oder Sprungkraftbereich arbeiten.

Kann man wirklich von den Amerikanern etwas lernen?
Man kann von jedem etwas lernen. Wir müssen uns ein bisschen öffnen und über die Grenzen schauen, wo es gute Beispiele gibt und das Nützliche herausziehen. Die Franzosen haben es uns vorgemacht, wie man eine Struktur aufbauen kann. Vor allem auch vom Nachwuchs-Fußball her. Die haben Talente entwickelt, die sich sehen lassen können. Es muss sich eine offene Kommunikation entwickeln, bei der auch die Bundesliga-Trainer mit am Tisch sitzen sollen.

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