Ex-Profi in der Kritik
Lautern trennt sich von Cheftrainer Stumpf

Nach einer teilweise chaotischen Saisonvorbereitung hat der 1. FC Kaiserslautern die Notbremse gezogen und sich von Cheftrainer Reinhard Stumpf getrennt.

HB KAISERSLAUTERN. Knapp drei Wochen vor Beginn der Bundesliga musste der 40 Jahre alte Fußball-Lehrer seinen Platz an der Seite des ebenfalls in der Kritik stehenden Teamchefs Andreas Brehme räumen, mit dem er seit dem 6. Oktober 2000 die sportliche Verantwortung bei den Pfälzern getragen hatte. Beide Seiten streben eine einvernehmliche Auflösung des bis zum 30. Juni 2004 datierten Vertrages an. Nach einem Gespräch mit Vorstandschef Jürgen Friedrich wurde Stumpf am Montag der Stuhl vor die Tür gestellt. Damit ist das Trainer-Gespann der "Roten Teufel" gesprengt. "Die Zweier-Kombination hat nicht funktioniert. Möglicherweise kommt es jetzt zu einem besseren Klima", erklärte Aufsichtsratschef Robert Wieschemann, der sich vehement für die Trennung von Stumpf eingesetzt hatte. Wieschemann sieht den nicht unumstrittenen Brehme nun "von den Zwängen der Kameradschaft befreit" und erhofft sich vom Teamchef, dass er "sein Amt besser ausüben kann".

Mit Stumpf machte die Vereinsspitze den Buhmann für das schlechte Klima auf dem Betzenberg aus. "Bei uns brennt es an allen Ecken und Enden", erklärte Routinier Mario Basler. Und FCK-Boss Friedrich monierte: "Wie wir uns derzeit darstellen, so geht es nicht." Diskussionen um das Kapitänsamt, desolate Vorstellungen in Testspielen, mangelnde Fitness und interne Auseinandersetzungen hatten Friedrich so auf die Palme gebracht, dass er in der Vorwoche ins Trainingslager nach Seefeld gereist war und dort intensive Gespräche mit den Trainern und Spielern geführt hatte. Stumpf, der von einer "Kampagne gegen mich" sprach, wurde wohl das Bauernopfer. Er soll im Trainingslager die Anordnungen von Mannschaftsarzt Hans-Werner Schmalenbach ignoriert und damit Verletzungen von Spielern provoziert haben. Dies brachte das Fass zum Überlaufen. Der "Doc" drohte mit Rücktritt, den Friedrich gerade noch verhinderte und stattdessen Stumpf nahe legte. "Die Missachtung des Sachverstandes des Arztes muss Konsequenzen haben.

In einer leitenden Funktion hat man die Meinung anderer Fachleute zu respektieren", erklärte Aufsichtsratschef Wieschemann in der Fernsehsendung "Flutlicht" des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR). Das Trainer-Duo Brehme/Stumpf hatte schon seit langem nicht mehr auf einer Wellenlänge gefunkt. Zu verschieden waren die Ansichten über Spielsysteme und taktische Belange. Nun soll Brehme die Mannschaft allein durch die Hintertür UI-Cup in den finanziell wichtigen UEFA-Pokal führen. Denn dem Verein sind laut Wieschemann durch die TV-Krise und das letztjährige Fehlen in einem europäischen Wettbewerb 8 Millionen Euro verloren gegangen.

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