Ex-Regierungschef Ryutaro Hashimoto gilt als Favorit
Vier LDP-Kandidaten kämpfen in Japan um die Mori-Nachfolge

In Japan haben am Donnerstag vier Kandidaten ihren Wahlkampf für den Vorsitz der Liberaldemokratischen Partei (LDP) und damit indirekt auch für das Amt des Ministerpräsidenten begonnen. Als Favoriten für die Wahl am 24. April gelten Ex-Regierungschef Ryutaro Hashimoto und frühere Gesundheitsminister Junichiro Koizumi. Auch der LDP-Politikchef Shizuka Kamei und Wirtschaftsminister Taro Aso bewerben sich um die Nachfolge von Ministerpräsident Yoshiro Mori, der seinen Rücktritt angekündigt hat. Im Zentrum des Wahlkampfes dürften Reformen stehen, um die angeschlagene Wirtschaft des Landes wieder anzukurbeln.

rtr/ap TOKIO. Gewählt wird der neue Parteichef von 487 Parlamentsabgeordneten und Delegierten aus den Regionen. Die LDP ist die größte Fraktion im Parlament.
Hashimoto sagte in Tokio, im Falle seiner Wahl werde er ein Programm auflegen, um die stagnierende Wirtschaft binnen 200 Tagen anzukurbeln. "Ich möchte gern die Gelegenheit erhalten, die Herausforderungen anzugehen, die Japan bevorstehen", sagte Hashimoto. Zudem räumte er ein, er wolle aus Fehlern lernen, die er vor drei Jahren begangen habe. Hashimoto hatte 1997 als Ministerpräsident entschieden, die Steuern zu erhöhen und die Ausgaben zu senken. Kritiker warfen ihm vor, damit für die Rezession mitverantwortlich zu sein. Nach einer Schlappe bei den Oberhauswahlen trat Hashimoto 1998 als Regierungschef zurück. Hashimoto führt die größte Fraktion innerhalb der LDP an.

Als einer seiner schärfsten Konkurrenten, besonders in einer möglichen Stichwahl, gilt Koizumi, dem größere Unterstützung in der Öffentlichkeit nachgesagt wird. Alle vier Kandidaten sollten noch im Laufe des Tages eine gemeinsame Pressekonferenz geben. Wegen der Mehrheitsverhältnisse im Parlament dürfte der LDP-Chef auch Ministerpräsident werden. Die Regierungspartei erhofft sich mit einem neuen Mann an der Spitze bessere Chancen bei den Oberhauswahlen im Juli.

Mori hatte am Freitag vor dem Kabinett seinen Rücktritt angekündigt. Der erst seit einem Jahr amtierende Ministerpräsident hatte die Gunst der Wähler und seiner eigenen Partei durch eine Reihe politischer Patzer und Affären in der LDP verloren.

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