Ex-Vorstände des Vorgängerinstituts angeblich nicht mehr haftbar
Hypo-Vereinsbank gliedert offenbar Immobiliengeschäft aus

adx MÜNCHEN. Die Hypo-Vereinsbank richtet offenbar ihr Immobiliengeschäft neu aus. Dazu will sie einem Bericht des "Focus" zufolge ihr Groß-Immobiliengeschäft auf ihr Tochterunternehmen Bayerische Handelsbank AG übertragen. Die Vorstandsmitglieder der ehemaligen Hypobank, die 1998 mit der Bayerischen Vereinsbank zur Hypo-Vereinsbank fusionierte, kann die Hypo-Vereinsbank angeblich bei den meisten Projekten nicht für die Immobilienverluste des Kreditinstitutes aus den 90-er Jahren haftbar machen.

Die Übertragung des Groß-Immobiliengeschäfts auf die Bayerische Handelsbank soll in zwei Schritten erfolgen. Als erstes sollen noch in diesem Jahr die Hypo-Vereinsbank-Töchter Westfälische Hyp (Dortmund), Nürnberger Hyp (Nürnberg) und Südboden (München) mit der Bayerischen Handelsbank (München) verschmolzen werden. In einem zweiten Schritt werde die Hypo-Vereinsbank 2002 selbst ihr gesamtes Groß-Immobiliengeschäft auf die Bayerische Handelsbank übertragen. Erst zum Jahresbeginn war der Vorstand der Bayerischen Handelsbank, Claus Nolting, in den Vorstand der Hypo-Vereinsbank aufgerückt.

Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichen" (Samstagausgabe) will die Münchner Großbank mit der Fusion die Zahl ihrer Filialen deutlich reduzieren. So unterhalte etwa jedes Institut eine eigene Filiale in Stuttgart, Frankfurt/Main, Berlin, Hamburg, München und Leipzig. Standorte in derselben Stadt will die Hypo-Vereinsbank dem Zeitungsbericht zufolge zusammenlegen, um Miet-, Verwaltungs- und Personalkosten zu sparen. Insgesamt seien bei den fünf Töchterfirmen 1 000 Mitarbeiter beschäftigt.

Zur Klärung der Haftungsfrage bei den Hypobank-Immobiliengeschäften der 90-er Jahre hatte die Hypo-Vereinsbank bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO ein Gutachten in Auftrag gegeben. Nach Auffassung der Wirtschaftsprüfer können die Ex-Vorstände nicht wegen Pflichtverletzung nach dem Aktiengesetz oder dem Bürgerlichen Gesetzbuch haftbar gemacht werden. Bankinsider erwarteten nun, dass auch die Münchner Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen die ehemaligen Hypobank-Vorstandsmitglieder gegen Zahlung einer Geldbuße einstellen wird.

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