Ex-Wirtschaftsminister kann kein Bündnis schmieden
Dervis tritt „Neuer Türkei“ nicht bei

Der in der Türkei als politischer Hoffnungsträger geltende frühere Wirtschaftsminister Kemal Dervis ist vorläufig mit seinem Bemühen gescheitert, vor den Neuwahlen Anfang November ein breites Mitte-Links-Bündnis zu schmieden.

dpa/HB ANKARA. Er werde sich nicht der Partei für eine Neue Türkei (YTP) des früheren Außenministers Ismail Cem anschließen, weil diese sein Bestreben nach einer Zusammenführung des zersplitterten sozialdemokratischen Lagers nicht unterstütze, teilte der parteilose Wirtschaftsexperte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Ankara mit. "Ich kann nicht einer Partei beitreten, die diese Bemühungen nicht teilt", sagte Dervis.

Die aus der Spaltung der Demokratischen Linkspartei (DSP) von Ministerpräsident Bülent Ecevit hervorgegangene "Neue Türkei" hatte stark damit gerechnet, den früheren Weltbank-Vizepräsidenten und Architekten des wirtschaftlichen Erholungsprogramms des Landes auf ihre Seite zu ziehen. Dervis hatte sich seit seinem Rücktritt als Wirtschaftsminister intensiv darum bemüht, die Neue-Türkei-Partei und die Republikanische Volkspartei (CHP) unter ihrem Vorsitzenden Deniz Baykal zu einem Wahlbündnis zu bewegen. Ecevit und seine Demokratische Linkspartei hatten das Ansinnen bereits vorher zurückgewiesen.

Dervis begründete seine Bündnisbemühungen damit, dass die Türkei nach den Wahlen eine stabile Regierung benötige, um die Sanierung der Wirtschaft fortzusetzen und die Türkei in die Europäische Union (EU) zu führen. Angesichts der zersplitterten Parteienlandschaft und der in der Türkei geltenden Zehn-Prozent-Hürde räumen Meinungsforscher den meisten Parteien nur geringe Chancen ein, den Einzug ins Parlament zu schaffen. Damit könnte die in den Umfragen führende gemäßigt-islamistische AK-Partei die Mehrheit erringen.

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