"Exchange Traded Funds": Frankfurt leistet Pionierarbeit
Fondsbörse XTF befreit sich langsam vom Schattendasein

Noch führt die Frankfurter Fondsbörse XTF ein Schattendasein. Im April vergangenen Jahres aus der Taufe gehoben, ist das Marktsegment XTF (Exchange Traded Funds) für die breite Masse ein unbeschriebenes Blatt.

dpa-afx FRANKFURT. "Auch wenn das Interesse von Anfang hoch gewesen ist: Das Produkt selbst ist relativ unbekannt", sagt Sylvia Herbrich, Sprecherin der Deutschen Börse AG. Frankfurt leiste hier Pionierarbeit. Der Marktplatz in der deutschen Bankenstadt ist der erste in Europa, der ein solches Segment aufgebaut hat.

Der Erfolg spricht für sich: Herbrich beziffert die täglichen Umsätze mit rund 100 Mill. Euro. Beim Fondshandel sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: "Zum einen sind die Fonds leicht und schnell handelbar, zum anderen ist das Wertpapierportfolio wie im klassischen Fonds abgedeckt", fasst Herbrich die Vorteile zusammen. Zu der Zielgruppe zählt sie sowohl Vermögensverwalter als auch private Anleger.

Handel wie an der Aktienbörse

Der Handel im XTF unterscheidet sich nicht vom normalen Aktienhandel. "Von Limits bis Stop-Loss-Orders ist alles möglich", sagt Thomas Richter von der DWS, die mit elf Fonds im XTF vertreten ist. "Das Umsatzvolumen unserer Fonds liegt bei zehn Mill. Euro täglich", sagt Richter.

Die Fondsanteile (ETF) werden in Indexfonds und aktive Fonds eingeteilt. Bei Indexfonds wird die Fondszusammensetzung täglich an die Gewichtungen der Indizes angepasst. Seit November vergangenen Jahres sind die aktiv gemanagten Fonds hinzugekommen. Der Unterschied liegt darin, dass der Index nicht im Fonds exakt nachgebildet wird. Vielmehr entscheidet der Fondsmanager selber über die Gewichtung der einzelnen Werte und versucht damit die Entwicklung im Gesamtmarkt zu übertreffen. Der Anleger könne so verstärkt die Marktschwankungen für sich nutzen, sagt Richter. Hinzu komme das Know-how der Fondsbetreuer. Ein Privatanleger habe in der Regel nicht die Zeit, sich in die Materie einzuarbeiten.

Die Notierung der Fondsanteile erfolgt fortlaufend auf Xetra und im maklergestützten Handel. Dabei bestimmen die Banken, die die Order an die Börse leiten, die Preise für ihre Dienstleistungen.

Die Pionierarbeit in Frankfurt hat auch im Ausland die Neugier auf sich gezogen. Insbesondere der Handel mit aktiv gemanagten Fonds stoße auf Interesse, sagt DWS-Sprecher Richter. Besonders hoch sei die Resonanz aus den USA.

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