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Currywurst statt Kohlehydrate

Mittwochmittag hatte mich die Heimat wieder, vom Flughafen Köln-Bonn noch eine halbe Stunde nach Düsseldorf - dann ist die WM 2004 für mich endgültig beendet. Auch ich persönlich hatte einiges zu verarbeiten nach dem enttäuschenden WM-Aus. Dennoch fällt mein WM-Fazit längst nicht so schlecht aus wie das vieler Medienvertreter.

Mittwochmittag hatte mich die Heimat wieder, vom Flughafen Köln-Bonn noch eine halbe Stunde nach Düsseldorf - dann ist die WM 2004 für mich endgültig beendet. Und am Abend habe ich mir zusammen mit meiner Freundin in Oberkassel erstmal eine Currywurst gegönnt, nach den ganzen Nudeln und dem vielen Reis der vergangenen Tage - der Kohlehydrate-Haushalt wollte ja schließlich gepflegt sein - endlich mal wieder etwas anderes. Hinterher war das Essen nämlich schon ein wenig eintönig. Tja, und jetzt sitzen wir hier und im Fernsehen sind die Viertelfinalspiele zu sehen, aus der Halle, in der ich vor 24 Stunden noch selbst gespielt und die ich am Ende nach dem 0:1 gegen die Schweiz, das das WM-Aus bedeutete, wie das ganze Team mit hängendem Kopf verlassen habe - schon ein komisches Gefühl.

Nach dem Spiel war bei uns in der Kabine die Enttäuschung natürlich riesig. Richtig damit gerechnet hat keiner. Obwohl wir uns natürlich bewusst waren, dass das passieren kann. Trotzdem wollte es keiner so recht wahr haben. Dieses Mal war das Glück eben auf Seiten der Schweizer, die so oft schon in entscheidenden Spielen den Kürzeren gegen uns gezogen haben. Dabei hatten wir es ja in der Hand, das zu verhindern, wir hatten ja Riesenchancen. Aber so ist das nun mal im Sport.

Nach dem Spiel gab es dann von Hans Zach, der immer gewarnt hatte, dass wir noch nicht durch sind, nicht mehr viele Worte. Er hat sich bei uns bedankt für unser Kommen und unser Engagement. Und das kann man wirklich niemandem absprechen. Unser Sportdirektor Franz Reindl ist auch noch einmal rumgegangen, hat jedem persönlich die Hand geschüttelt und sich bedankt. Auf eine Fehleranlayse haben wir verzichtet. In so einer Situation, nach so einer Enttäuschung braucht es nicht mehr vieler Worte. Wir sind alle Profis und wissen, was falsch gelaufen ist.

Auch ich persönlich hatte einiges zu verarbeiten. Schließlich hatte der Trainer mich im letzten Drittel gar nicht mehr aufs Eis gelassen. Wir lagen 0:1 zurück - und ich konnte nichts mehr für die Mannschaft tun. Begründet hat Hans Zach, der ja auch bei den Kölner Haien mein Trainer ist, mir das nicht. Aber das muss er auch nicht. Er ist der Chef. Und ich muss seine Entscheidung akzeptieren. Eishockey ist eben kein Wunschkonzert. Insgesamt bin ich mit meinem eigenen Auftreten in Tschechien aber zufrieden - auch wenn ich bei meiner vierten WM-Teilnahme zum ersten Mal kein Turniertor geschossen habe. Aber das ist nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist: Unsere Kölner Reihe mit Boris Blank und Eddy Lewandowski hat gut funktioniert. Während unserer Eiszeit haben wir im ganzen Turnier nur ein Gegentor kassiert.

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