Exklusive Umfrage über den Aktienbesitz
Amerikaner verkaufen schneller als Europäer

Die amerikanischen Privatanleger fliehen in Scharen vor dem Bärenmarkt. In den letzten sechs Monaten hat fast jeder fünfte US-Investor entweder Aktien verkauft oder weniger Wertpapiere als früher gekauft. Das entspricht 18 % der privaten US-Haushalte. In Europa hat sich fast jeder zehnte Kleinanleger vom Markt zurückgezogen.

LONDON. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Umfrage der GfK Ad Hoc Research Worldwide im Auftrag des "Wall Street Journal". Es wurden 12 471 Privathaushalte in den USA, Russland und 13 Ländern in Europa nach ihrem Investitionsverhalten befragt.

Rund 14 % der Amerikaner haben auch ihre Investitionen in Aktienfonds verringert, in Europa waren es etwa 6 %. Anleihen sind wieder mehr gefragt. "Das ist der neue Trend: Diversifikation", sagt Dan Hallstrom, Partner der Finanzberatung IM in Stockholm. Die gut betuchten Kunden von IM hatten im Bullenmarkt mindestens 75 % ihrer Bestände in Aktien angelegt. Jetzt seien sie auf der Suche nach Immobilien, Hedge Fonds und Fonds mit garantierter Rendite.

"Wir erleben eine Strukturanpassung", sagt Adam Seitchik, Chefstratege von DWS Investments in London. "Die Amerikaner hatten am Ende des Bullenmarkts eine viel höhere Gewichtung an Aktien, also müssen sie ihre fundamentale Ausrichtung stärker überdenken als die Europäer." Mark Hofmans, General Manager von GfK Ad Hoc Research Worldwide in Brüssel, meint zudem, die Amerikaner reagierten in der Regel schneller.

Die Reaktion der Europäer auf war uneinheitlich. Unter den Schweden, die Aktien gegenüber sehr aufgeschlossen sind, hatten 28 % der Befragten ihre Aktieninvestitionen und 21 % Prozent ihre Anlagen in Aktienfonds zurückgefahren. In Deutschland gaben 5 % an, Aktienbestände verkauft oder verringert zu haben, bei Aktienfonds waren es 4 %. Und die Zahl der Deutschen, die Mittel über 50 000 Euro am ehesten in Aktien oder Aktienfonds anlegen würden, hat sich halbiert.

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