Exklusive Verhandlungen
Permira ist aussichtsreichster Bieter für Premiere

Die Frankfurter Investmentgesellschaft Permira ist nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen der aussichtsreichste Kandidat in dem Bieterverfahren um den angeschlagenen PayTV-Sender Premiere.

Reuters FRANKFURT. "Die Verhandlungen mit Permira sind exklusiv, auch wenn die Exklusivität noch nicht offiziell ist", hieß es am Donnerstag in den Kreisen. Die Investmentgruppe wolle die Mehrheit an Premiere übernehmen und dafür zunächst mehr als 200 Millionen Euro als frisches Kapital zur Verfügung stellen.

Die Kredite der Banken - insgesamt rund 900 Millionen Euro - sollten zum großen Teil erst dann zurückgezahlt werden, wenn Premiere operativ Gewinne erzielt. "So wäre die Finanzierung bis zum Break-Even sichergestellt und die Banken hätten die Chance, ihre Kredite zurückzubekommen", hieß es in den Kreisen.

Das Premiere-Management, vor allem Geschäftsführer Georg Kofler, soll den Angaben zufolge selbst rund zehn Prozent der Gesellschaft übernehmen. "Ich glaube an diese Firma und werde deshalb auch mein eigenes Geld investieren", sagte Kofler der "Financial Times Deutschland", ohne den Prozentsatz seiner Beteiligung zu bestätigen.

Den Gläubigerbanken Bayerische Landesbank und HypoVereinsbank sei ebenfalls eine Minderheitsbeteiligung angeboten worden, hieß es in den Kreisen. Die genauen Beteiligungen und finanzielle Details würden aber noch verhandelt. Bei den Gläubigerbanken war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Sprecher von Permira und Premiere lehnten einen Kommentar ab. Der Premiere-Vertreter sagte lediglich, die Gespräche liefen wie geplant. Die neue Gesellschafterstruktur werde bis zum Ende des Jahres stehen. Neben Permira hatten sich nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen auch die Finanzinvestoren Goldman Sachs, Apax Partners und Warburg Pincus für einen Einstieg bei dem PayTV-Sender interessiert, dessen rigoroser Sparkurs in den vergangenen Monaten Wirkung gezeigt hat. Im dritten Quartal 2002 halbierte der Sender die Kosten und reduzierte den operativen Verlust auf 16 Millionen Euro nach einem Minus von 222 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Bis Anfang 2004 will Premiere, deren Muttergesellschaft KirchPayTV Anfang des Jahres Insolvenz anmeldete, operativ schwarze Zahlen schreiben. Bis dahin sollte die Finanzspritze von Permira reichen, hieß es in den Kreisen. Der Investor sei wohl bereit, dann noch weitere Mittel zu investieren. Ziel sei ein Börsengang der Gesellschaft in den nächsten drei bis fünf Jahren.

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