Expansion der Mobilfunktochter T-Mobil belastet Profitabilität
Telekom verdient nur durch Verkäufe

Das vierte Quartal 2000 hat der Deutschen Telekom AG offenbar einen Milliardenverlust eingebracht. Nach vorläufigen Zahlen erzielte der ehemalige Monopolist im Gesamtjahr 2000 einen Gewinn von 7,4 Mrd. Euro. Doch dieser Überschuss liegt um eine Milliarde Euro unter dem Gewinn für die ersten neun Monate des vergangenen Jahres. Der Großteil des Konzernüberschusses stammt zudem aus dem Verkauf von Beteiligungen. Auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr hat der ehemalige Monopolist keinen Gewinn gemacht. Das bereinigte Netto-Ergebnis sei "praktisch Null", sagte ein Sprecher.

slo DÜSSELDORF. Die Börse reagierte kurzfristig mit heftigen Ausschlägen. Im Tagesverlauf beruhigten sich die Märkte allerdings. Die Differenz von 1 Mrd. Euro erklärte ein Telekom-Sprecher mit Goodwill-Abschreibungen sowie Abschreibungen und Zinsen für die UMTS-Lizenz. Analysten vermuteten, dass das Rekordgeschäft im Mobilfunkbereich sowie die internationale Expansion der Internet-Tochter T-Online das Ergebnis des vierten Quartals in die roten Zahlen gebracht haben. Im Mobilfunk hat die Telekom die Zahl ihrer Kunden auf 19,14 Millionen mehr als verdoppelt.

"Das Anwerben neuer Kunden hat extrem viel Geld gekostet und damit die Profitabilität gesenkt", sagte Stephan Droxner, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Das Mobilfunkgeschäft hat aber nach Analysten-Meinung dazu beigetragen, dass die Telekom ihren Umsatz um 15 % auf 40,9 Mrd. Euro gesteigert hat. Damit lag der Bonner Konzern über den Erwartungen der Branchenkenner. Bereinigt um Sondereinflüsse ergab sich jedoch ein Plus von lediglich 6 % auf 37,6 Mrd. Euro.

Die Schulden der Telekom sind den Angaben zufolge um 19 Mrd. auf 56,4 Mrd. Euro gestiegen. "Das schränkt die Handlungsfreiheit enorm ein", sagt Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim. Die Telekom müsse dieses Jahr beweisen, dass sie Profite erwirtschaften könne.SEITEN 2, 15 und 55

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