Expansion geplant
General Electric setzt auf Deutschland

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) will sich international neben China künftig auch stärker auf dem deutschen Markt positionieren und schließt dabei Zukäufe nicht aus.

Reuters FRANKFURT. "GE will sich nun stärker international auf zwei Kernregionen konzentrieren, dass sind Europa mit Schwerpunkt Deutschland und China", sagte Thomas Limberger, GE-Vorstandschef für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz, der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Speziell in den Bereichen regenerative Energien, Medizintechnik und Finanzdienstleistungen sieht GE in Deutschland starke Wachstumsmöglichkeiten: "Organisch und auch durch Zukäufe", sagte der seit Oktober 2002 die Region leitende Manager.

"Unser erklärtes Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren den Umsatz in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz zu verdoppeln", kündigte Limberger an. Mit deutschen Kunden generierte GE 2002 in Deutschland einen Umsatz von 4,4 Mrd. Dollar. In ganz Europa wurden 26 Mrd. Dollar umgesetzt. Insgesamt erwirtschaftete der in Fairfield im US-Bundesstaat Connecticut ansässige US-Konzern, dessen Produktpalette von Flugzeugtriebwerken, Turbinen und Generatoren bis hin zu medizinischen Geräten, Kühlschränken und Glühbirnen reicht, im vergangenen Jahr einen Umsatz von 131,7 Mrd. Dollar nach 125,9 Mrd. Dollar im Jahr zuvor.

"Wir haben die Deutschland AG, die jetzt aufbricht und da gibt es verschiedene Assets, die auf dem Markt kommen", sagte Limberger ohne Einzelheiten zu nennen. Die Größenordnung möglicher Zukäufe ließ er offen. In der gesamten Region Deutschland, Österreich und Schweiz beschäftigt GE derzeit rund 7600 Mitarbeiter, davon etwa 5400 allein in Deutschland. Zuletzt hatte GE Ende April die Übernahme des österreichischen Gasmotorenherstellers Jenbacher abgeschlossen. Für das Tiroler Unternehmen hatte die Amerikaner 195 Mill. ? gezahlt.

Im Finanzdienstleistungsbereich wolle sich GE speziell beim Leasinggeschäft, "etwa beim Anlagenleasing", weiter umschauen, sagte Limberger. Aber auch beim Konsumentenkreditgeschäft gebe es einige interessante Sachen. "Es sind auch momentan Deals in den Pipelines, worüber wir jetzt nicht reden können", sagte der Manager. Das betreffe auch den deutschen Markt.

Große Erwartungen setzt GE in seinen neuen Forschungsstandort in Garching, für den der Spatenstich in diesem Sommer erfolgen soll. "Wir haben bald in Deutschland in Garching das einzige globale GE-Forschungszentrum in Europa," sagte Limberger. Dabei werde der Fokus auf neue Technologien wie Brennstoffzellen, Windkraft sowie Biomassekraftwerke oder Nanotechnologie aber auch auf Kunststoffe und bildgebende Diagnostik gelegt. Allein die Infrastruktur-Investitionen in den Standort bezifferte der Manager auf rund 52 Mill. Dollar. Zunächst sollen Arbeitsplätze für etwa 150 Forscher geschaffen werden. In einer zweiten Phase, wenn Projekte mit deutschen und europäischen Universitäten feststehen, könnten noch einmal 150 Forscher hinzukommen. "Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Abschluss des Baus im zweiten oder dritten Quartal 2004 mit dem Zentrum operativ tätig sein werden", sagte Limberger.

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