Expansion im Filialkundengeschäft angestrebt
Citibank setzt auch auf käufliches Wachstum

Die Citibank will im deutschen Filialkundengeschäft expandieren und hält Ausschau nach einem Übernahmeziel. "Deutschland ist ein wichtiger Markt für uns, auf dem wir aus eigener Kraft, aber auch durch Zukäufe wachsen wollen", sagte Citibank-Deutschland-Chefin Christine Licci am Mittwoch in einem Reuters-Interview. Konkrete Verhandlungen mit deutschen Wettbewerbern gebe es derzeit nicht.

Reuters BERLIN. Allerdings habe sich das zum weltgrößten Finanzdienstleister Citigroup gehörende Institut in der Vergangenheit einige Übernahmekandidaten angesehen: "Wir halten die Augen weiter nach Akquisitionsmöglichkeiten offen, haben bislang aber noch nichts gefunden." Ihrer Ansicht nach hat die Konsolidierung im deutschen Filialbankengeschäft erst begonnen. "Es gibt weiter Überkapazitäten im Markt. Der Konsolidierungsprozess wird sich fortsetzen", sagte sie.

In Deutschland stehen einige regionale Institute zum Verkauf, die theoretisch für die Citibank mit ihrem Fokus auf dem Kreditgeschäft in Frage kämen. Die HVB (Hypo-Vereinsbank) will sich etwa von ihrer Nürnberger Konzerntochter Norisbank trennen - und auch ein Verkauf der norddeutsche Filialtochter Vereins und Westbank - gilt für den derzeit hochdefizitären HVB-Konzern nicht mehr als ausgeschlossen. Auch die Bankgesellschaft Berlin sucht mittelfristig einen Käufer für ihre Allbank-Tochter. Die Citibank hat hier zu Lande rund 5.400 Mitarbeiter und 286 Filialen, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Das Düsseldorfer Institut gilt bei den Ratenkrediten - zumindest unter den privaten deutschen Banken - als Marktführer mit einer aggressiven Vertriebspolitik.

Trotz erhöhter Risikovorsorge erzielte die Citibank im vergangenen Jahr mit einem Gewinn von 667 (2001: 593) Millionen Euro ihr bislang bestes Ergebnis in Deutschland. Licci hält an ihren ehrgeizigen Gewinnzielen fest: "Bis 2006 soll unser Vorsteuergewinn von 2001 verdoppelt werden. Wir peilen also 1,2 Milliarden Euro an." Dabei setzt die Citibank neben ihrem Stammgeschäft, den Ratenkrediten, verstärkt auf die Vermögensberatung. Die Zahl der darauf ausgerichteten Investment Center soll von derzeit acht auf 13 bis 15 erhöht werden.

Allerdings geht Licci auch für 2003 von einem schwierigen Marktumfeld aus. "Die ausgeprägte Konjunkturschwäche in Deutschland ist mit die größte Herausforderung für uns. Da müssen wir noch härter um die Kunden kämpfen und sie mit besserer Beratung überzeugen." Dabei setzt die Citibank neben einem verbesserten Internet-Auftritt weiter auf Produkte wie das - nur ab einer Kapitalanlage von 2500 Euro - gebührenfreie Girokonto. Auch die Kooperation mit der zur DZ Bank gehörenden Reisebank im Bereich der Kreditvermittlung habe sich bewährt.

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