Expansion nach Osteuropa geplant
DPD schraubt Umsatzprognose nach unten

Deutschlands zweitgrößter Paketdienst, DPD Deutscher Paket Dienst, hat wegen der konjunkturellen Flaute die Umsatzerwartung deutlich nach unten geschraubt. "Wir sind in Deutschland in den Sog der schwachen konjunkturellen Entwicklung geraten," sagte Arnold Schroven, Sprecher der Geschäftsführung des Aschaffenburger Paketdienstleisters, einer Tochter der französischen La Poste, dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Hatte Schroven Anfang des Jahres noch mit einem zweistelligen Umsatzplus gerechnet, geht er nun nur noch von 4 % Zuwachs aus. Auch bei dem Paketaufkommen rudert Schroven zurück. Statt mit einer Steigerung von 8 % will DPD nunmehr ein Plus von 4 % erreichen, "wenn das Weihnachtsgeschäft halbwegs vernünftig läuft."

2001 hatte DPD in 23 Ländern einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro erzielt, davon über die Hälfte in Deutschland. DPD/La Poste rangiert in Deutschland hinter der Deutschen Post (Marktanteil 22 %) und der niederländischen Post TPG/TNT (11 %) mit einem Marktanteil von 10 % auf Rang drei der Paket- und Expressdienste. Dahinter folgen die US-Firma UPS sowie GLS (ehemals German Parcel), eine Tochter der britischen Post, mit jeweils 6 %. Den übrigen Markt teilen sich kleinere Anbieter. Branchenkenner schätzen, von den 355 Mill. Sendungen des DPD entfalle der Löwenanteil auf Deutschland. Ihr Urteil: DPD sei zu "deutschlastig".

Die Kritik scheint in Paris vernommen worden zu sein. DPD hat in diesem Jahr begonnen, das Osteuropageschäft stark auszubauen. In den EU-Beitrittsländern werde ab 2004 mit einem guten Paketgeschäft gerechnet, nennt Schroven das Motiv. Erste Erfolge kann er bereits vorweisen: Im Sommer erweiterte DPD sein Netz um die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Polen - unter kräftiger Mithilfe des Mutterkonzerns. Der polnische DPD-Partner Masterlink ist ein Gemeinschaftsunternehmen des DPD-Hauptgesellschafters Geoposte (85 %), der Logistiksparte von La Poste, mit der schwedischen Posten AB. In Polen ist DPD daher auf einen Schlag zur Nummer drei im Paketgeschäft aufgestiegen. In den baltischen Staaten ist mit der BLS-I eine 100-%-Tochter der Posten AB der DPD-Partner. 2003 will Schroven Ungarn und Slowenien über Partnerschaften an das DPD-Netz anschließen. "Spätestens in zehn Jahren sind wir in allen Ländern Europas präsent," sagte Schroven. Bis dahin soll auch die Lücke auf dem Balkan geschlossen sein.

Allerdings erinnert der Wettbewerb in Osteuropa stark an die Geschichte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel. Die Deutsche Post ist immer schon da, wenn DPD eintrifft. In Polen beispielsweise hat der Bonner Konzern mit Servisco die Nummer eins im Paketgeschäft übernommen. Im Gegensatz zu DPD setzt der gelbe Riese auf Übernahmen oder eigene Gründungen - ein Vorteil, weil der Umgang mit Partnern schwieriger sei, meinen Branchenkenner.

Zur Umsatzverbesserung will Schroven aber auch die Preise anheben. Er sieht sich dabei in bester Gesellschaft. Nach UPS und GLS will auch DPD 2003 schätzungsweise 3 bis 4 % aufschlagen. Gleichzeitig sollen "faule Kunden" aussortiert werden. Die Verbesserung der Margen habe künftig Priorität, sagte Schroven. Zur Ergebnisentwicklung machte er zwar keine konkreten Angaben, betonte aber, dass DPD schwarze Zahlen erreiche. Doch sind die Renditen in der Branche dürftig. Marktführer Deutsche Post kommt im Paket- und Expressgeschäft nur auf schlappe 2 bis 3 %.

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