Expansion nach Osteuropa
Handel hat Pionierdienste geleistet

Deutschlands Handelskonzerne sind für die EU-Osterweiterung im Mai gut gerüstet und dürfen auf weitere Wachstumsschübe in den zehn hinzukommenden Ländern hoffen. Unternehmen wie Metro, Quelle oder Rewe gehörten in den vergangenen Jahren schon zu den Pionieren im attraktiven Wirtschaftsraum Osteuropa. In den vergleichsweise gut entwickelten Volkswirtschaften wie Polen oder Tschechien kämpfen Europas Handelsriesen längst verbissen um Marktanteile, um Einbußen durch die Konsumflaute in der Heimat auszugleichen.

HB DÜSSELDORF. Mit der Erweiterung der Europäischen Union (EU) wächst deren Bevölkerung um 74 Mill. auf rund 450 Mill. Menschen, das Bruttoinlandsprodukt klettert um fünf Prozent. Und im Gegensatz zu den weitgehend gesättigten Märkten im Westen sehen Experten in Osteuropa noch Nachholbedarf bei hochwertigen Konsumgütern wie Autos, Handy, Computern und TV-Geräten. Inzwischen können sich viele diese Güter auch leisten, denn ihre Löhne sind schon vor dem EU-Beitritt stark gestiegen.

Die Volkswirtschaften in Osteuropa wachsen zwar nicht mehr so kräftig wie vor wenigen Jahren. Die Beitrittsstaaten übertreffen Deutschland beim Wirtschaftswachstum aber immer noch deutlich. Hier zu Lande rechnet der Handel für 2004 im besten Fall mit einem Umsatzplus von einem Prozent. In Osteuropa dagegen erwartet etwa die Deutsche Bank langfristige Wachstumsraten von vier bis fünf Prozent. Bislang noch eher wenig übliche Konsumentenkredite dürften die Nachfrage im Osten zusätzlich beleben. Die EU-Erweiterung sei ein "Meilenstein", urteilt die Deutsche Bank.

Für den größten deutschen Handelskonzern Metro ist Osteuropa - auch über die künftigen EU-Grenzen hinaus - sogar zum Motor des Wachstums geworden. Die Düsseldorfer erzielen bereits 14,6 % ihres Umsatzes in Osteuropa. Dabei wächst die wichtige Großhandelssparte Cash & Carry im Osten gut doppelt so schnell wie im Konzern. "Das Chance-Risiko-Verhältnis in Osteuropa ist sehr gut", sagt Sprecher Albrecht von Truchseß. "Wenn man wie Bulgarien schon im zweiten Jahr der Existenz den break even erreicht, dann ist das im Grunde ein Traum." In Polen ist Metro das größte Handelsunternehmen und der zweitgrößte Arbeitgeber des Landes. Zuletzt eröffneten die Düsseldorfer im August 2003 ihren ersten Großmarkt in der Ukraine, als nächstes ist Serbien angepeilt. Doch nicht überall will Metro präsent sein: "Weißrussland ist sicher ein schwieriges Land," heißt es. Die baltischen Staaten wiederum seien für ein Handelsformat wie Cash & Carry zu klein.

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