Expansionsprogramme belasten die Profitabilität
Ratingagenturen betrachten Telefonriesen argwöhnisch

Standard & Poor's sieht die früheren Monopolunternehmen der Telekommunikation in den europäischen Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien unter Druck.

vwd DÜSSELDORF. France Telecom wurde in der Folge am Freitag herabgestuft, und British Telecom wird künftig von den Bonitätsprüfern argwöhnisch beobachtet, während die Ratings der Deutsche Telekom vorerst bleiben wie sie sind. Allerdings wurde auch der negative Ausblick für den Bonner Konzern bestätigt. Die Agentur Moody's hatte zu Wochenbeginn ihren Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Dax-Unternehmens von stabil auf negativ gesetzt.

S&P-Direktor Duncan Warwick-Champion erklärte, die drei Ex-Monopolisten sähen sich weiterhin negativem Druck ausgesetzt, ihre Ziele zu erreichen. Dieser Druck sei durch den Abwärtstrend für Telekommunikationswerte an den Börsen noch verstärkt worden. Die Londoner Agentur hat den als Misserfolg geltenden Börsengang der France-Telecom-Mobilfunktochter Orange zum Anlass genommen, Fortschritte und Plausibilität bei den strategischen Bemühungen der drei Konzerne zu beleuchten.

Die Deutsche Telekom kam mit der Bestätigung "A-" für die langfristigen und "A-2" für die kurzfristigen Verbindlichkeiten weg. Der Ausblick für die Einstufung bleibe aber negativ, teilte S&P mit. Die Ratings trügen der sehr starken Stellung des Unternehmens im deutschen Markt in allen bedeutenden Feldern der Telekommunikation Rechnung, seiner technischen Ausrüstung und seiner fortgeschritten Produktvielfalt und geographischen Verbreitung. Auf der anderen Seite sei die Telekom zunehmendem Wettbewerb ausgesetzt und werde von der Bürde der Regulierung gedrückt. Auch ihr Expansionsprogramm und die Bemühungen zur Verbesserung der Stellung im Mobilfunk hätten negative Folgen für die Profitabilität. Daher bleibe die geschäftliche und finanzielle Situation der Telekom unter Druck. Mittelfristig sei die Bilanzlage nur durch die Trennung von Aktiva zu verbessern.

British Telecommunications plc, London, wurde von S&P auf die Beobachtungsliste mit negativen Vorzeichen gesetzt. Dies gelte für die mit "A" bewerteten langfristigen wie für die mit "A-1" bewerteten kurzfristigen Verbindlichkeiten. Zur Begründung hieß es, das Unternehmen habe seine Strategie zum Schuldenabbau nicht hinreichend vermitteln können.

Bei France Telecom SA, Paris, wurden die Ratings für langfristige Unternehmenskredite auf "A-" von "A" gesenkt, die für Kurzfristkredite auf "A-2" von "A-1". Der Ausblick beließ die Agentur auf "negativ". Die Herabstufung reflektiere die Erwartung von Standard & Poor's, dass France Telecom kurzfristig nicht in der Lage sein werde, den Fremdkapitalanteil hinreichend auszugleichen, um eine Kreditsicherheit zu erreichen, die den vorherigen Bonitätsbewertungen entspreche. Die schlechte Marktstimmung habe dazu geführt, dass der Orange-Börsengang weniger Geld in die Kasse des Konzerns gebracht habe als auch von S&P vermutet.

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