Expansionstempo verschärft
Metro will in Asien rechtzeitig die Weichen stellen

Deutschlands größter Handelskonzern Metro AG treibt die Expansion in Asien auf breiter Front voran. Gemäß seiner Philosophie geht der Handelskonzern zunächst mit den Cash & Carry-Märkten (SB-Großhandel) nach China, Indien, Vietnam und Japan.

SCHANGHAI. Daneben betreibt die Düsseldorfer Metro AG (Umsatz: 46,9 Mrd. Euro) SB-Warenhäuser, Bau- und Elektrofachmärkte sowie Warenhäuser. "Wenn sie an der Entwicklung in Asien teilnehmen wollen, müssen Sie rechtzeitig investieren", ist Heinrich Birr, zuständiger Metro-Vorstand für die Region, überzeugt. Der Konzern will sein Expansionstempo in Asien erhöhen. In dieser Woche noch fliegt Birr zusammen mit Metro-Vorstandssprecher Hans-Joachim Körber nach Indien. In Mumbai, Bangalore und Delhi wollen sie die Standorte für die ersten Großmärkte unter die Lupe nehmen. Im Dezember hatte der Konzern eine landesweite Lizenz für Indien erhalten. Im Sommer 2002 soll in der High-Tech-Stadt Bangalore der erste Markt eröffnet werden.

Heinrich Birr sieht in Indien Potenzial für 30 bis 50 Cash & Carry-Märkte. Weil hohe Grundstückspreise und geringe Kaufkraft ein neues Standortkonzept erfordern, sucht der Konzern die Kooperation mit Immobilien-Entwicklern. Ziel: Die Metro-Märkte sollen mit großen Bürokomplexen gekoppelt werden.

Schwarze Zahlen in China

Während Körber und Birr nach Mumbai fliegen, laufen bereits die Vorbereitungen für den nächsten Großmarkt im zentralchinesischen Chengdu. Allein von Januar bis Mai hat Metro vier neue Märkte eröffnet und die Kapazität in China innerhalb von fünf Monaten um 50 % erhöht. Im August und Oktober werden drei weitere folgen. Bis Ende 2000 betrieb der Handelskonzern acht Märkte im Reich der Mitte.

Birr will in China mit dem lokalen Joint Venture-Partner, dem Tourismus-Konzern Jinjiang, dank einer landesweiten Kettenlizenz die Zahl der Märkte in den nächsten zwei bis fünf Jahren auf 40 ausbauen und den Netto-Umsatz auf 5 bis 6 Mrd. DM steigern. Wie der Metro-Vorstand hervorhebt, schreiben die sechs "Metro-Bestandsmärkte", die seit etwa zwei Jahren bestehen, schwarze Zahlen. Ziel sei eine Nettorendite von 2 bis 3 %, derzeit liegt sie bei etwa 1%. Laut Birr können die Margen wegen der ausgeprägten Markenpiraterie in China gegenwärtig nicht entwickelt werden. Denn die große Zahl an Plagiaten ermöglicht dem chinesischen Handel niedrige Einkaufspreise.

Startschuss für Joint-Venture in Japan

Auch in Japan ist der Startschuss gefallen. Hier hat Metro mit dem japanischen Handelshaus Marubeni ein Joint Venture gegründet, an dem die Deutschen 80 % und die Japaner 20 % der Anteile halten. Marubeni ist ein wichtiger Partner, denn das Unternehmen stellt selbst Lebensmittel her und verfügt über ein dichtes Lieferantennetz. Birr hält in Japan 30 bis 50 Metro-Märkte für denkbar. Der erste Testmarkt soll im zweiten Halbjahr 2002 in Tokio eröffnet werden. Hohe Grundstückspreise haben laut Birr einen früheren Start vereitelt.

Auch in Vietnam steht Metro vor der Tür. Nach einer Vorbereitungsphase von acht Monaten hat der Konzern zu Jahresbeginn eine Lizenz erhalten. Die ersten beiden Märkte sollen Ende Februar 2002 im Industrie- und Handelszentrum Saigon und in der Hauptstadt Hanoi eröffnet werden. Wie Birr betont, ist in Vietnam - wie auch in China - "im Grunde alles lokal beschaffbar". Allein in China kauft Metro jährlich Waren im Wert von 2 Mrd. DM ein. Als nächstes will Metro Thailand ins Visier nehmen. "Das Land wird derzeit analysiert", bestätigt Birr. Über Südkorea werde Mitte des Jahres entschieden.

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