Expansive Geldpolitik soll fortgesetzt werden
Japanisches Notprogramm soll Banken stärken

Die japanische Regierung hat am Freitag ihr Notprogramm zur Stabilisierung der Konjunktur vorgelegt, das in erster Linie Maßnahmen zur Stärkung des Bankensektors beinhaltet. Ausserdem soll die Steuergesetzgebung am Aktienmarkt reformiert werden, um Anreize für private Anleger zu setzen.

vwd TOKIO. In dem Maßnahmenpaket ist zunächst vorgesehen, dass die japanischen Banken in den kommenden beiden Jahren ihre Bilanzen um die risikoreichsten Kredite bereinigen müssen. Darüber hinaus sollen Kredite, die in der jüngeren Vergangenheit vergeben worden sind und deren Bedienung ebenfalls unsicher ist, in den nächsten drei Jahren aus den Bilanzen verschwinden. Mit diesen Maßnahmen sollen Kredite im Volumen von 13 Bill. Yen aus den Büchern der Banken gestrichen werden.



Darüber hinaus sollen in Zukunft Bankenbeteiligungen an anderen Unternehmen auf rund 100 % des Eigenkapitals der Banken begrenzt werden. Bisher beträgt dieser Anteil rund 130 %. In Deutschland beträgt dieser Wert rund 60 %, während in den USA Geschäftsbanken keine Beteiligungen an anderen Unternehmen halten dürfen. Mit Hilfe dieses Vorstoßes sollen die Banken in stärkeren Maße gegen die Schwankungen am Aktienmarkt immunisiert werden. Zudem soll hierüber das exzessive japanische System der Überkreuzbeteiligungen verschlankt werden. Um diese Maßnahme in die Wege zu leiten, soll ein zeitlich begrenzter staatlicher Fonds gebildet werden. Dieser soll von den Banken gehaltene Aktien zu Marktpreisen erwerben. Ein Verkauf über den Aktienmarkt soll nicht erfolgen. Ein genauer Zeitplan für die Errichtung des Fonds wurde jedoch noch nicht vorgelegt. Experten gehen davon aus, dass das Fondsvolumen rund 10 Bill. Yen umfassen wird. Die Finanzierung dieser Mittel soll u.a. durch die staatliche Einlagensicherungsgesellschaft (Deposit Insurance Corp.) und durch staatlich gedeckte Kredite erfolgen.

Private Anleger sollen mehr Aktien kaufen

Im Weiteren betont die japanische Regierung die Notwendigkeit, mit zügigem Tempo die Steuergesetzgebung am Aktienmarkt zu reformieren. Hierdurch sollen die Anreize für private Anleger zu Investitionen in Dividendenpapiere wieder verstärkt werden. Zudem sollen auch die Steuerregelungen für den Immobilienmarkt einer möglichen Revision unterzogen werden. Ziel ist es, den stark angeschlagenen und wenig liquiden Immobilienmarkt zu revitalisieren. Schließlich fordert die Regierung die Bank of Japan dazu auf, den eingeschlagenen expansiven geldpolitischen Kurs so lange fortzusetzen, bis der derzeitige deflationäre Prozess ein Ende findet.

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