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Experte fürchtet Welle von Kunstrauben

Mit dem Diebstahl des Edvard-Munch-Gemäldes „Der Schrei“ ist nach Ansicht des früheren Goethe-Instituts- Präsidenten Hilmar Hoffmann „eine neue Dimension des Kunstraubs“ entstanden.

dpa FRANKFURT/MAIN. Mit dem Diebstahl des Edvard-Munch-Gemäldes "Der Schrei" ist nach Ansicht des früheren Goethe-Instituts- Präsidenten Hilmar Hoffmann "eine neue Dimension des Kunstraubs" entstanden.

Er schlägt zur besseren Sicherung wertvoller Objekte vor, in jedem Zimmer einen Alarmknopf anzubringen, mit dem Aufseher die Türen automatisch verriegeln können. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte Hoffmann: "Das ist ein ganz neuer Fall: Wenn sich denen jemand in den Weg gestellt hätte, der wäre wahrscheinlich über den Haufen geschossen worden."

Insofern müsse in Zukunft nicht nur die Sicherheit der Kunstwerke bedacht werden, sondern auch die Sicherheit der Besucher und Angestellten. Einen ausreichenden Versicherungsschutz findet der ehemalige Frankfurter Kulturdezernent indes nicht so wichtig: So bedeutende Werke seien ohnehin unbezahlbar. "Deswegen werden sie ja gestohlen."

Ein Schwachpunkt in der Sicherungskette sei das Personal. In der Regel seien die Wärter - oft Studenten oder Pensionäre, die bisweilen unentgeltlich arbeiteten - nicht entsprechend ausgebildet. Daher fordert Hoffmann auch eine entsprechende Schulung des Personals, "damit die nicht erst den Direktor anrufen und fragen "was soll ich machen?"". Ein Problem sei allerdings, dass die Museen kein Geld für zusätzliche Investitionen in die Sicherheit hätten. "Das Feuchtbiotop der Subvention ist ausgetrocknet."

Im Fall des Raubes von Oslo erwartet Hoffmann, dass das Bild "in spätestens einem Jahr" wieder auftaucht. Als Auftraggeber vermutet er einen Hehler, der das Bild verkaufen oder Geld vom Museum erpressen will. Die meisten Kunstraube und-diebstähle in der Vergangenheit seien aufgeklärt worden. Allerdings befürchtet Hoffmann, dass das weltberühmte Bild nicht unversehrt zurückkehrt. Die Diebe würden die Gemälde in der Regel aus dem Rahmen schneiden und einrollen und sie dadurch unwiederbringlich beschädigen. Außerdem bestehe die Gefahr von Nachahmungstätern.

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