Experte kritisieren, dass es an konkreten Zielfestlegungen mangelt
Polens Wirtschaft brummt trotz der politischen Krise

Polen ist ein Land der Gegensätze: Während die politische Krise anhält, läuft die Wirtschaft auf Hochtouren. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 6,5 Prozent. Die Ökonomen der Akademie der Wissenschaften in Warschau gehen davon aus, dass sich das Wachstum im Jahresverlauf bei gut sechs Prozent stabilisieren wird. Etwas vorsichtiger ist das private Institut für marktwirtschaftliche Forschungen in Danzig, es prognostiziert 5,4 Prozent.

WARSCHAU. Ein wichtiger Motor des Wachstums ist die starke Binnennachfrage. So lagen die Umsätze des Einzelhandels im April um gut 30 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Auch die Investitionen haben angezogen. Zudem hat der relativ schwache Zloty einen regelrechten Exportboom ermöglicht. Die Produktion der Autoindustrie, die weitgehend in den Export geht, lag im April um drei Viertel über dem Vorjahresmonat. Insgesamt verkaufte die Industrie um 22 Prozent mehr als im April 2003. Die Belebung verspürte sogar der Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenrate sank gegenüber März um 0,5 Prozentpunkte auf 20 Prozent.

Jedoch gibt es nicht nur Erfolgsmeldungen. So sprang die Inflationsrate von 4,6 Prozent im März auf 7,5 Prozent im April. Einen solchen rapiden Zuwachs hatte es zuletzt vor vier Jahren gegeben. Ökonomen erwarten deshalb eine Erhöhung der Leitzinsen durch die Nationalbank. Die Meinungen über einen solchen Schritt sind aber geteilt. Andrzej Bratkowski von der Bank Pekao sagte, die Erhöhung solle rasch erfolgen, damit die Kosten zur Dämpfung der Inflation möglichst gering seien. Katarzyna Kurowska von der Bank Handlowy empfahl, erst auf das Abklingen der Folgen des EU-Beitritts zu warten. Im Vorfeld der Erweiterung hatten die polnischen Kunden massiv eingekauft, weil sie Preiserhöhungen befürchteten.

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