Archiv
Experte: Milzbrand-Erreger gibt es an jeder Tiermedizinischen Uni

Milzbrand-Erreger sind nach den Worten des Berliner Mikrobiologen Prof. Helmut Hahn für Fachkundige sehr leicht herzustellen. "Die Anzüchtung und die Herstellung von Sporen ist Teil jedes Tiermedizin-Studiums", erklärte Hahn.

dpa BERLIN. Sporen sind inaktive Dauerformen, in der Bakterien sehr lange in der Umwelt überleben können. In Menschen oder Tieren wandeln sie sich wieder in die aktive Form um.

Die Erreger seien vergleichsweise leicht zu bekommen. "Jedes Mikrobiologische Institut einer Tiermedizinischen Fakultät verfügt über Milzbrand-Bakterien", erläuterte der Mikrobiologe vom Berliner Universitätsklinikum Benjamin Franklin. In der Humanmedizin würden die Erreger dagegen in der Regel nicht gelagert, weil Milzbrand vor allem eine Tierkrankheit sei.

Die Erreger aus dem Labor seien allerdings nicht sehr infektiös, sagte Hahn. "Da muss man schon eine ordentliche Ladung einatmen oder anfassen." Um sie beispielsweise in gewöhnlichen Briefen zu verbreiten, müssten die Sporen zudem noch mit einer Art Trägerpulver vermengt werden. In der gefährlichen Pulverform seien die Bakterien normalerweise im Labor nicht vorhanden.

Milzbrand tritt in der Regel als Tierkrankheit auf, von der vor allem Rinder, Schafe und Pferde betroffen sind. Aber auch Kleintiere wie Mäuse und Kaninchen können die Krankheit bekommen. Menschen können sich an verseuchtem Tiermaterial anstecken. Die Infektion von Mensch zu Mensch gehört dagegen nicht zum üblichen Übertragungsweg.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%