Experte sieht Gefahren durch unseriöse Geldwechsler
Kriminalamt warnt vor Euro-Tauschern im Ausland

Das bayerische Landeskriminalamt hat vor falschen Euro-Tauschern im Ausland gewarnt. Der Euro-Koordinator der Münchner Fahndungsbehörde, Polizeikommissar Eduard Liedgens, verwies im Gespräch mit der "Berliner Morgenpost" (Montagausgabe) darauf, dass etwa 100 Mrd. Deutsche Mark außerhalb der Bundesrepublik zirkulierten. Er rechne mit dubiosen Geldwechslern, die das zirkulierende Geld nun einsammeln und im Euro-Raum umtauschen wollten.

ap BERLIN. Er sehe dann massive Sicherheitsprobleme auch auf den deutschsprachigen Raum zukommen, sagte Liedgens. Ein Großteil des Geldes sei auf dem Balkan in Umlauf, wo die D-Mark nicht nur zweite, sondern im Fall von Montenegro und Kosovo sogar erste Währung sei. Hinzu kämen Bestände in osteuropäischen Staaten wie Tschechien. Schließlich verfügten viele Türken über entsprechende Ersparnisse. Das Geld muss umgetauscht werden.

Für die Leute, die keine Möglichkeit hätten zu reisen, blieben nur professionelle Geldwechsler - eine Chance für skrupellose Geschäftemacher. "Es werden nicht nur Leute übers Ohr gehauen. Da der Geldkreislauf auf dem Balkan nicht ständig gefiltert wird, müssen wir mit Falschgeld rechnen", vermutet Liedgens. "Bei der Vorbereitung auf die Währungsumstellung wurde das Thema weitgehend ignoriert", kritisierte der Euro-Experte des LKA Bayern. Für das Problem habe sich in der Phase der Währungsumstellung niemand zuständig gefühlt. Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bundesbank argumentierten, diese Regionen lägen nicht in ihrem Währungsbereich. Nun aber komme das Problem verspätet.

Liedgens äußerte vor allem Sicherheitsbedenken. Die Geldwechsler könnten selber zum Objekt von Räubern werden, da sie kaum in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs sein dürften. Zudem könnten einzelne Banken mit dem zu erwartenden erhöhten Prüfbedarf überfordert sein. Von der "Geldschwemme" aus Osteuropa und dem Balkan könnten nach Einschätzung des bayerischen Landeskriminalamts vor allem die grenznahen Bundesländer zu Österreich, Polen und Tschechien betroffen sein.

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