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Experte: Wandel in Arbeitswelt führt zu psychischen Erkrankungen

dpa HAMM. Die Belastungen am Arbeitsplatz durch Rationalisierungen und Flexibilisierungen führen nach Expertenansicht zunehmend zu psychischen Problemen. "Durch den psychosozialen Stress fragen heute mehr Menschen nach Behandlungen wegen Depressionen nach als noch vor dreißig Jahren", sagte Karl Beine, Leiter des Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Witten/Herdecke im Vorfeld eines Symposiums von Experten am 2. September in Hamm.

"Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch und die Arbeitsbelastungen sind gestiegen", sagte Beine. Zusammen mit anderen Faktoren werde dadurch die subjektive Belastungsgrenze überschritten, sagte Beine. Hinzu kämen beispielsweise hohe Scheidungsraten oder die "gepriesene Life-Style-Kultur" von Singles, durch die viele Menschen oftmals die Hilfe eines Experten aufsuchten.

Gleichzeitig betonte Beine, dass die Tabuisierung von psychischen Krankheiten abgenommen habe. "Was früher häufig als Gott-gegeben, schicksalhaft oder als nicht änderbar betrachtet wurde, wird heute nicht mehr so schnell akzeptiert. Dabei ist auch die Toleranzgrenze des Umfelds von psychisch Kranken gesunken", sagte Beine.

Der Experten forderte eine finanzielle Unterstützung von Krankenkassen und Politik für neue Möglichkeiten bei der Behandlung von psychisch kranken Menschen. "Es gibt neue aber sehr teure Medikamente, die wenig Nebenwirkungen haben, aber von den Ärzten aus Kostengründen oftmals nicht verschrieben werden", sagte Beine.

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