Experten: Arbeitslosigkeit in Deutschland wächst weiter
Arbeitslosigkeit: Höchststand vor der Wahl

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar nach Experten-Einschätzung als Folge der Wirtschaftsflaute weiter gestiegen und hat unbereinigt die Marke von 4,3 Millionen überschritten.

rtr BERLIN. Saisonbereinigt gingen Experten von einer Zunahme um 20.000 im Vergleich zum Januar aus.

Zwei Tage vor der Veröffentlichung der amtlichen Zahlen durch die Bundesanstalt für Arbeit sagte der Arbeitsmarktexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Rainer Schmidt, am Montag eine unbereinigte Gesamtzahl von 4,315 Millionen voraus. Dies wären 25.000 mehr als im Januar und 202.000 mehr als im Februar vorigen Jahres. Damit ist voraussichtlich der Höchststand vor der Bundestagswahl am 22. September erreicht. Ab März gehen die Arbeitslosenzahlen üblicherweise aus saisonalen Gründen wieder zurück.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin ging von einer um Saisoneinflüsse bereinigten Zunahme im Februar um etwa 20.000 aus. "Hauptursache ist die lahmende Konjunktur", sagte DIW-Experte Andreas Cors der Agentur Reuters. Mit einem Rückgang der saisonbereinigten Zahl sei frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Von Reuters befragte Volkswirte erwarteten einen Anstieg der saisonbereinigten Zahl um 19.500 im Vergleich zum Vormonat nach plus 31.000 im Januar.

Mit der Februar-Zahl dürfte der Höchststand vor der Bundestagswahl erreicht sein, da die unbereinigte Zahl nach dem Winterhöchstwert im Jahresverlauf normalerweise bis zum Herbst aus saisonalen Grünen wieder sinkt. IfW-Experte Schmidt ging davon aus, dass bereits im März die unbereinigte Zahl um 105.000 im Vergleich zum Februar zurück gehen wird. Im Jahresvergleich zum März 2001 wäre dies aber immer noch eine Zunahme um 210.000.

"Im Februar wird das Maximum bei der nicht-saisonbereinigten Zahl erreicht", sagte Andreas Scheuerle von der DGZ-DekaBank. Für die im Wahlmonat September bekannt werdende Arbeitslosenzahl für August erwarte er einen Rückgang unter die Marke von vier Millionen. Aus statistischen Gründen fielen die unbereinigten Daten mit erwarteten 3,89 Millionen dann niedriger aus als die bereinigten. Doch auch die bereinigten Daten könnten im August nach seiner Schätzung knapp unter vier Millionen liegen.

Die amtlichen Zahlen legt die Bundesanstalt für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg vor. An Stelle von Behörden-Präsident Bernhard Jagoda wird sein Stellvertreter Heinrich Alt die Zahlen präsentieren. Jagoda scheidet wegen der Affäre um fehlerhafte Vermittlungsstatistiken der Arbeitsämter aus. Neuer Behörden- Chef soll im März der rheinland-pfälzische Sozialminister Florian Gerster (SPD) werden.

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