Experten befürchten neue Pleitewelle
Misere im Osten überschattet Schröders Wahlkampf

Der rot-grünen Koalition weht im Osten der Wind ins Gesicht. In den neuen Bundesländern droht in diesem Jahr ein neuer Pleitenrekord.

fmd/bag BERLIN. In Ostdeutschland werde die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche 2002 um "mindestens 20 %" in die Höhe schnellen, erwartet Anne Sahm, Insolvenz-Expertin beim Verband der Vereine Creditreform (VVC). Die jüngsten Pleiten der ostdeutschen Prestigefirmen Sachsenring und Cargolifter sind offensichtlich nur der Gipfel eines Eisbergs.

Die schlechte Wirtschaftslage im Osten könnte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) um die Wiederwahl bringen, meinen Wahlforscher. Bei den Bürgern "zementiere" sich der Eindruck, dass "Schröders Chefsache Ost keine Wirkung gezeigt hat", meint Matthias Jung, Vorstand der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. Das wiege in den neuen Ländern umso schwerer, weil die Bevölkerung "heftiger auf kurzfristige Einflüsse reagiert".

Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) kritisierte am Wochenende die Ost-Politik der Bundesregierung: Der Sonderminister Rolf Schwanitz (SPD) sei bestenfalls ein Moderator und ein besserer Briefträger gewesen. Geht für die Koalition der Osten bei den Bundestagswahlen verloren, dürfte das Schicksal der Regierung besiegelt sein. Die Entscheidung der ostdeutschen Wähler war bereits bei der letzten Bundestagswahl ausschlaggebend.

Der Union sei mit der Nominierung des Jenoptik-Chefs Lothar Späth als Schatten-Wirtschaftsminister ein Coup gelungen, räumt sogar Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) ein. Späth sei "ein hervorragender Fachmann". Die Menschen im Osten sähen Späth als eine Art Wunderhelfer an.

Quelle: Handelsblatt

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