Experten erwarten Druck durch Importe aus Asien
Stahlaktien dürften nur kurz unter US-Zöllen leiden

Europäische Stahlaktien haben am Mittwoch einen Teil ihrer Vortagesverluste im Sog der neuen US-Schutzzölle auf Stahlimporte wieder gut gemacht. Einige Analysten erklärten, die Auswirkungen der bis zu 30-prozentigen Zölle seien voraussichtlich nur kurzfristig. Andere fürchten dagegen einen erhöhten Druck durch asiatische Importe.

rtr LONDON. Die Aktien des weltgrößten Stahlerzeugers Arcelor gaben in der Spitze fast vier Prozent ab, erholten sich dann aber wieder. Thyssen-Krupp fielen um gut zwei Prozent auf 16,93 ?. Corus stiegen am Mittwoch sogar um gut 0,6 Prozent auf 80,5 Pence.

Analysten sehen nur mäßige Auswirkungen

Metall-Analyst Yasuhiro Yamaguchi von UBS Warburg bezichnete die Kursausschläge als übertrieben. "Mit dieser Zahl von Ausnahmen bei den Zöllen wird die Auswirkung für ?päische Unternehmen gemäßigt sein", fügte er hinzu.

Thyssen-Krupp werde voraussichtlich am wenigsten stark getroffen, da er im vergangenen Jahr 60 Prozent des Umsatzes außerhalb des Stahlbereichs erwirtschaftet habe.

Mit den Zöllen würde allenfalls die Hoffnung auf eine Erholung der Preise um ein bis zwei Quartale verschoben, erklärten die Stahl-Analysten Francis Condon und Richard Biggs von ABN Amro am Mittwoch in einer Kurzstudie. Die Analysten wiesen auf die Ausnahmen für bestimmte Stahl-Produkte hin, beispielweise Stahl-Brammen, eine Art Stahl-Grundform.

Möglicher Preisdruck durch Asiatischen Stahl

Einige Analysten waren dagegen weniger zuversichtlich. "Wenn asiatische Hersteller ihre Exporte nach ?pa umleiten, erhöht sich der Wettbewerb und die Möglichkeit für einen ungleichmäßigen Preisdruck in einem bereits schwachen Markt", sagte Metall-Analyst John Meyer von SG Securities.

Auch schrecke die Maßnahme vorerst Investoren ab, sagte ein Analyst. "Trotzdem müssen die Anleger begreifen, dass die europäischen Märkte bereits ihre US-Exporte verringert haben, um die Zölle zu vermeiden. Aber den asiatischen Exporteuren machen es die Ausnahmen schwer, neue Märkte zu finden", führte Yamaguchi aus.

Usinor weist 720 Mill. ? Verlust für 2001 aus

Unterdessen gab Usinor, einer der Vorläufer der fusionierten Arcelor, für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von netto 720 Mill. ? nach einem Gewinn von 759 Mill. ? im Vorjahr bekannt. Usinor-Aktien fielen mehr als fünf Prozent auf 15,01 ?. Arcelor notierten am Nachmittag mit 14,92 ? rund 0,7 Prozent im Minus.

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