Experten erwarten große Mückenplage
"Fettes Mückenjahr"

Das regnerische Sommerwetter hat nach Angaben des Mückenexperten Norbert Becker mancherorts für einen Massenauftritt der geflügelten Blutsauger gesorgt.

HB/dpa WALDSEE. "Was Mücken brauchen, ist Wasser und Wärme - beides haben sie zur Genüge", sagt Becker. Der Regen habe die Basis für ein "fettes Mückenjahr" gelegt, das an die "Spitzenjahre" 1999 und 2001 heranreiche.

Die Plagen seien jedoch lokal begrenzt, ergänzt der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS). Ihre Ausdehnung hänge von den örtlichen Regenfällen ab. "Man kann nicht sagen, dass Deutschland von Mücken überzogen wird", sagt Becker, dessen Organisation für die Mückenbekämpfung am Rhein zwischen Bingen (Rheinland-Pfalz) im Norden und dem Kaiserstuhl (Baden-Württemberg) im Süden zuständig ist.

Kampf gegen die Mücken soll kommende Woche beginnen

Von Plagen können nach Darstellung des Biologen ländliche Gebiete mit Jauche- oder Sickergruben sowie Fluss- und Seelandschaften betroffen sein. An den Gewässern profitierten "Überschwemmungsmücken" vom Regen und der damit verbundenen Schwankung des Wasserstands. Diese Mückenart lege ihre Eier im feuchten Uferbereich ab und warte geradezu auf den Anstieg der Fluten. "Erst bei einer Überschwemmung können aus den Eiern Larven schlüpfen", erläutert Becker.

Wahrscheinlich werde die KABS deshalb Anfang kommender Woche auch am Chiemsee mit der Bekämpfung beginnen müssen. Auch aus dem Spreewald hätten die Organisation bereits Anrufe erreicht, sagt Becker.

Jauche- und Sickergruben als Mückenparadies

Die KABS setzt gegen die Stechmücken das biologische Gift Bazillus thuringiensis israelensis (Bti) ein, das den Darm der Larven zerstört und sie abtötet. Der Bti wird vom Hubschrauber aus oder mit Sprühgeräten direkt auf der Wasseroberfläche verteilt. In diesem Jahr seien bislang mehr als 10 000 Hektar mit Bti bekämpft worden.

In ländlichen Bereichen machen den Menschen laut Becker mitunter so genannte Fiebermücken zu schaffen, die in Jauche- und Sickergruben nisten. Sie könne mit Bti-haltigen Sprudeltabletten bekämpft werden, die nur über die KABS bezogen werden könnten. Becker rät zudem, nach Regenfällen alle Wasseransammlungen in Hausnähe zu beseitigen. Dies gelte etwa für voll gelaufene Vasen im Garten oder für Außen gelagerte Autoreifen. In solchen Behältern könnten sich Hunderte von Mücken entwickeln.

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