Experten erwarten rapiden Zuwachs
Die Zukunft des Handy-Brokings ist gesichert

WAP und kein Ende. Trotz mangelnder Geräte setzen Banken, Telefongesellschaften und Hersteller weiter auf die Entwicklung mobiler Bankgeschäfte. Doch erst mit einer schnelleren Übertragungstechnik dürfte der Durchbruch gelingen.

WAP ist eine Übergangslösung, darin sind sich viele Experten aus der Telekommunikationsbranche einig. Auch wenn diese Technik noch eine Zeitlang vermarktet werden wird, steht die Ablösung bereits vor der Tür. "Mit den neuen breitbandigen Übertragungsmöglichkeiten wie UMTS werden die spezifischen Sprachen für die Programmierung von WAP-Seiten (WML) und der HTML-Nachfolger XML verschmelzen", sagt Torsten J. Gerpott, Inhaber des Lehrstuhls Planung und Organisation mit Schwerpunkt Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg.



Die Konsequenz: In Zukunft wird ein echter Internetzugang über mobile Endgeräte möglich sein, der auch komfortabel und schnell Bank- und Börsengeschäfte per Handy erlaubt. Mit den bislang angebotenen Möglichkeiten kann der Kurs einer Aktie schon mal vom Tageshoch- zum Tagestief pendeln, ehe der Kunde seine Ausführungsbestätigung erhält. "Die jetzigen Applikationen sind zu schwerfällig", sagt Urs Joss, Ressortleiter Phone Banking bei der Crédit Suisse in Zürich. Die geringe Übertragungsgeschwindigkeit, die beschränkten Darstellungsmöglichkeiten auf dem Handy-Display sowie die fehlende Möglichkeit, beispielsweise mit Java-Applikationen zu arbeiten, erlauben derzeit nur das Angebot einfacher Produkte: Im wesentlichen also einfache Nachrichten, Kursinformationen und das reine Kaufen und Verkaufen von Aktien. Deshalb erwartet Joss auch kein großes Handelsvolumen per Mobiltelefon und damit auch keine Gewinne aus diesem Geschäft. "Für den engagierten Trader ist WAP noch keine Alternative", erklärt der Experte.



Trotz dieser Einschätzung setzt die Crédit Suisse (CS) voll auf das Internet und mobile Anwendungen. "Wir haben keine Internet-Strategie - das Internet ist unsere Strategie" heißt es daher folgerichtig in den Firmengrundsätzen. Denn sämtliche Erfahrungen mit dem Online-Broking sprechen für einen Ausbau der Vertriebskanäle über Internet und mobile Kanäle. Bereits heute laufen 42 Prozent aller Transaktionen bei der CS über das Internet und es gibt mehr als eine Million Informationsabfragen über SMS oder WAP. Und auch sämtliche Marktforschungsinstitute und Big Player im Telekommunikationsmarkt sind sich sicher: Mobile Internet-Anwendungen werden sich durchsetzen. So erwartet Siemens bereits für das Jahr 2008, dass die Zahl der Mobilen Internetnutzer die Zahl der stationären Internetnutzer übertrifft.



Auch Urs Joss glaubt ebenso wie die Telekommunikationsgesellschaften an das Bedürfnis der Kunden, jederzeit und an jedem Ort Bank - und Börsengeschäfte abwickeln zu wollen. Seine Vision: Durch die neuen, schnellen Übertragungsmöglichkeiten wird das Handy oder der Hand-Held-Computer so schnell und komfortabel wie heute schon das Internet. Dann ließe sich auch die Produktpalette auf sämtliche Bankdienstleistungen ausdehnen, sogar artfremden Dienstleistungen, wie den Verkauf von Flugtickets über ein Bankenportal, steht der CS-Experte positiv gegenüber.



Ein entscheidender Erfolgsfaktor für diese Geschäftsmodelle ist die hundertprozentige Sicherheit der Transaktionen über das Handy, erläutert Joss, hier dürfe es keinerlei Kompromisse geben. Derzeit ist die Indentifikationsprozedur noch umständlich und erfordert erneut die Geduld des Kunden heraus. Doch mit neuen Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren kann auch diese Hürde umfahren werden. Bereits heute entwickeln viele Unternehmen der Branche gemeinsam eine so genannten Public Key Infrastruktur (PKI), die mit digitalen Signaturen arbeitet und über die SIM-Karte des Handys eine einwandfreie Identifikation des Kunden ermöglicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%