Experten erwarten schon am Mittwoch wieder sinkende Kurse
Analysten sehen noch keine Trendwende beim Dax

Ananlysten haben wenig Hoffnung, dass der deutschen Aktienmarkt bereits die Trendwende zum Besseren geschafft hat. Der Tiefpunkt vom Freitag sei vermutlich kein markanter nachhaltiger Tiefpunkt, der eine Trendwende einleite, urteilen übereinstimmend Michael Riesner, DG Bank, Gerald Huber, Bayerische Landesbank und Achim Matzke, Commerzbank. Gegen den Markt sprechen vor allem das Sentiment, das Umsatzverhalten und auch die Trend-Situation, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage unter den Analysten.

vwd FRANKFURT. Zum Umsatz meint Matzke, dieser sei bereits am Montag wieder stark rückläufig gewesen. Riesner macht darauf aufmerksam, dass sogar die Analyse im Halbstunden-Chart seit dem Tief am Freitag kontinuierlich fallende Umsätze aufweise. Deshalb sei die Erholung trotz der vergleichsweise hohen Dynamik lediglich als technische Reaktion oder als sogenannte Bärenmarkt-Rally zu betrachten, meinen Riesner und Matzke übereinstimmend. Riesner verweist auf den Arms-Index in den USA, der mit sinkenden Kursen zurückgegangen ist. Das zeige, dass die Anleger tatsächlich "patriotisch und aus Trotz" gekauft hätten, dass der Markt also nicht so überverkauft sei wie das auf den ersten Blick den Anschein habe.

Riesner rechnet damit, dass der Markt bereits am Mittwoch wieder nach unten dreht. Ende der kommenden Woche werde der Dax dann ein neues Tief markieren, so der Analyst der DG Bank. Dafür spreche auch die Elliott-Wave-Analyse, die ein weiteres Tief verlange, um die Abwärtsbewegung abzuschließen. Anschließend könnte der Dax durchaus zu einer stärkeren Erholung ansetzen und Richtung 4 500 Punkte steigen, so Riesner. Allzu lange werde die Erholung aber nicht dauern, dagegen spreche besonders das Sentiment am Markt.

Auf die Stimmungs-Lage verweist auch Huber, der sich zur Entwicklung der Sentiment-Indikatoren geradezu frustriert äußert. So sei die Put-Call-Ratio auf Aktien in Chicago in der vergangenen Woche erstmals seit langem über 1,0 gestiegen, am Montag aber schon wieder auf 0,44 gefallen. Die Anleger blieben extrem optimistisch. Die Baisse werde aber erst dann zu Ende gehen, wenn sich ein hartnäckiger langfristiger Pessimismus durchsetze, so Huber. Zwar sei auf Grund der positiven Signale zum Beispiel von den Kerzencharts und auf Grund der überverkauften Situation eine stärkere Erholung möglich, der Markt werde sich aber bestenfalls zu einem "Trading-Markt" entwickeln und nicht zu einem "Anleger-Markt".

Matzke spricht bereits von einem "drohenden Paradigmen-Wechsel". Zwar habe der Dax den seit 1982 intakten Aufwärtstrend bei etwa 3 800 Punkten auf Basis der Schlussstände gerade noch einmal verteidigt, das gleiche gelte für den Dow, bei dem der Trend bei 8 300 verlaufe. Viele Einzelaktien wie die Allianz hätten den Trend aber bereits gebrochen. Es komme selten vor, so Matzke, dass solche Trends nach einem solchen Bruch lediglicher flacher wiederaufgenommen, also aufgefächert würden. Häufiger schließe sich eine lange Seitwärtsbewegung an, die sieben bis zehn Jahre dauern könne.

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