Experten erwarten Seitwärtstrend
Dax-Ausblick: Der Schwung fehlt

Die Konjunktur kommt nicht in Schwung, die Aktienmärkte somit ebenfalls nicht. Für die kommende Woche erwarten Experten eine Seitwärtsbewegung, wenn nicht gar weitere Kursverluste.

HB/rtr FRANKFURT. Die deutschen Aktienwerte dürften nach Einschätzung von Analysten in der kommenden Woche wenig verändert bis schwächer tendieren, da viele Anleger von der bevorstehenden Veröffentlichung von Konjunkturdaten eine Bestätigung der schwachen Aussichten erwarteten.

"Das war's erstmal mit der jüngsten Erholung", sagte Aktienstratege Rolf Elgeti von der Commerzbank. Da derzeit nicht mit einer Aufhellung der Stimmung zu rechnen sei, könnte der Deutsche Aktienindex (Dax) sogar auf bis zu 3 300 bis 3 400 Punkte zurückgehen, ergänzten andere Börsianer. Eine Panik wie im Juli sei zwar nicht zu spüren, dennoch sorgten sich die Anleger vor einem "Double Dip" in den USA, einem erneuten Abrutschen in die Rezession, fügte Aktienstratege Bernd Meyer von der Deutschen Bank hinzu. Seiner Einschätzung nach wird sich der Dax bis zum Jahresende seitwärts bewegen. Da die Berichtssaison für die im Dax gelisteten Unternehmen abgeschlossen ist, wird von dieser Seite nicht mit kursrelevanten Nachrichten gerechnet.

Der Markt warte mit Spannung auf die Veröffentlichung des deutschen Einkaufsmanagerindexes am Montag, hieß es weiter. Nach dem unerwartet schlecht ausgefallenen Ifo-Geschäftsklimaindex müsse mit einer Festigung der schlechten Konjunkturaussichten gerechnet werden. Daneben könnten einsetzende Aktienverkäufe an der Wall Street den deutschen Markt zusätzlich belasten, sagten Händler. US-Anleger verkaufen ihre Verlust bringenden Anlagen aus steuerlichen Gründen im September.

Bei den Unternehmen richte sich das Augenmerk vor allem auf Altana, sagten Börsianer weiter. Der Dax-Aufsteiger will am kommenden Donnerstag über Wirksamkeit und eventuelle Nebenwirkungen der beiden Arzneien "Roflumilast" und "Ciclesonide" informieren. Branchenkenner trauen den beiden Atemwegsmitteln hohes Umsatzpotenzial zu. Daher seien die Nachrichten hierüber potenziell kursrelevant, hieß es.

DZ-Bank: Positive technische Signale

Vor neuen "Kursavancen" sehen die Analysten der DZ Bank die Aktienmärkte. Derzeit mangele es den Börsen zwar an positiven Impulsen, ohne die eine Fortsetzung der Kurserholung seit Ende Juli nicht gelingen könne. Aus technischer Sicht sei die Lage jedoch besser einzuschätzen.

Die Experten verschließen die Augen nicht davor, dass sich der Konjunkturaufschwung in Deutschland weiter verschiebt: "Der Aufwärtstrend der Wirtschaft dürfte vorübergehend unterbrochen sein", heißt es in der Publikation "Wertpapierstrategie" der Research-Abteilung. Dennoch schließen die Analysten ein erneutes Abgleiten in die Rezession aus, daher bleibe die Bewertung des deutschen Aktienmarktes weiterhin günstig.

Im MDax bleiben nach Beobachtung der DZ Bank-Spezialisten Bauwerte die "eindeutigen Outperformer". Zurückzuführen sei das auf die "Hoffnung auf Neugeschäft im Zuge der Beseitigung der Hochwasserschäden". Den Experten fallen im Blick auf den Neuen Markt Insiderkäufe von Führungskräften der Unternehmen auf. Das hohe Niveau der Käufe deute darauf hin, "dass die Unternehmensmanager hohes Vertrauen in die zukünftige Entwicklung der Unternehmen haben".

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