Experten favorisieren die Bank- und die Automobilbranche
Die Empfehlungen der Top-Analysten

Welche Aktien empfehlen die Bankhäuser, die im Analystenvergleich vorne liegen, heute?

DÜSSELDORF. Die Experten von Natexis Capital in Paris (Platz 1) schnitten zuletzt besonders mit ihren Gewinnprognosen für deutsche Großbanken sehr gut ab. Derzeit favorisieren sie hier die Commerzbank. Außerdem empfehlen sie die französischen Banken Société Générale (SocGen) und Crédit Lyonnais (CL).

Commerbank und CL seien Übernahmekandidaten, begründet Analyst Frederic Bourgeois diese Auswahl. "Deutschland ist der größte Markt in Europa, und wer ein Global Player sein will, muss dort vertreten sein", erläutert er. Die Commerzbank sei von der Größe und der Präsenz her fast der einzige geeignete Einstiegskandidat. Britische, französische oder spanische Banken kämen als Interessenten in Frage. Die Deutsche Bank gilt den Natexis-Experten dagegen als zu risikoreich. "Die geben hohe Kredite an Unternehmen wie Vivendi Universal, um Aufträge im Investment Banking zu bekommen. Das mögen wir nicht", sagt Bourgeois. Insgesamt hält Natexis das "Retail-Geschäft", also das Massengeschäft, für aussichtsreicher als das Investment Banking. In diesem Bereich seien die französischen Institute SocGen und BNP sehr stark. BNP plane aber voraussichtlich weitere Übernahmen, die das Risiko erhöhten. Deswegen favorisieren die Analysten SocGen.

Für besonders interessant innerhalb der Finanzbranche halten die Franzosen die Rückversicherer. Der Grund: steigenden Prämien. Ihre Top-Empfehlung ist die Schweizer Rück. Den allgemeinen Versicherungssektor gewichten sie hingegen unter - auch wegen der steigenden Rückversicherungsprämien.

Die Hypo-Vereinsbank (HVB), Nummer zwei im AQ-Ranking, setzt auf Zykliker, sprich Werte, die von einer Konjunkturerholung besonders profitieren. Hierzu zählt Strategie-Gruppenleiter Gerhard Schwarz die Banken (Deutsche Bank) und den Automobil-Sektor. Hier empfiehlt er BMW (das Unternehmen liefere auch in schwierigen Zeiten gute Ergebnisse ab), Porsche (Phantasie durch Geländewagen) und Daimler-Chrysler. Neben der Restrukturierungsphantasie in den USA (Chrysler) spreche der zyklische Aspekt für den Titel. Insgesamt sieht die HVB, die sich im AQ-Ranking besonders mit deutschen Werten in Szene setzte, den Dax auf Sicht von sechs Monaten auf 5 800 Punkte steigen.

Skeptischer sind die Kollegen der Bayerischen Landesbank, die auf europäischer Ebene am besten abschnitten. Chefanalyst Volker Firchau empfiehlt allenfalls zyklische Branchen wie Automobil (Daimler-Chrysler, Peugeot) und Investitionsgüter (Linde). Doch generell gelte: "Jetzt ist nicht der Augenblick, um Positionen dauerhaft aufzubauen. Die Kaufargumente fehlen, denn die Gewinnerwartungen der Unternehmen werden von der Realität nicht gedeckt."

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