Experten halten Aufholen von Kerry für unwahrscheinlich
Wie es in den USA nach der Wahl weitergehen könnte

Wie vor vier Jahren hat auch dieses Mal am Morgen nach der US-Präsidentschaftswahl der Sieger nicht festgestanden. Aber im Gegensatz zu 2000 konnte sich George W. Bush in Ohio diesmal immerhin auf einen Vorsprung auf Herausforderer John Kerry von 140 000 Stimmen stützen.

HB WASHINGTON. Damals wurden die Kandidaten und die Bevölkerung 36 Tage auf die Folter gespannt, und dann setzte das höchste Gericht einen Schlussstrich. Ein solches Szenario ist diesmal äußerst unwahrscheinlich. Denn anders als im Jahr 2000, als es in Florida um einen Unterschied von 537 Stimmen zwischen dem Republikaner George W. Bush und dem Demokraten Al Gore ging, kann sich Bush in Ohio immerhin auf einen Vorsprung von 140 000 Stimmen stützen.

Zwar standen am Mittwoch auch die Endergebnisse in Iowa und New Mexico aus. Aber rechnerisch war das bedeutungslos: Beide Staaten zusammen bieten nicht die nötige Stimmenzahl, um Bush oder Kerry über die erforderliche Marke von 270 im Wahlmänner-Gremium zu bringen. Bush hatte am Mittwoch 254 Stimmen sicher, Kerry 252, und damit hing alles vom Ausgang in Ohio ab, wo 20 Wahlmännerstimmen winken.

Die Frage für Kerry: Ist es realistisch zu erwarten, dass die in Ohio noch ausstehende Auszählung von 150 000 vorläufigen Stimmen und 100 000 Briefwahlstimmen mir so viele Stimmen sichern, dass ich Bush einholen kann? Experten hielten eine solche Aufholjagd für unwahrscheinlich, zumal davon auszugehen war, dass ein nicht unerheblicher Teil dieser Stimmen als ungültig gewertet werden dürfte.

Sollte das Kerry-Lager sich trotzdem zum Abwarten entschließen und am Ende tatsächlich ein knappes Ergebnis für die eine oder auch andere Seite dabei herauskommen, dann wäre wahrscheinlich eine langwierige Nachzählung zu erwarten.

Am Mittwoch deutete aber alles eher darauf hin, dass es zu einer solchen Wiederholung des Dramas von Florida nicht kommen wird: Am Mittwochvormittag saß das Kerry-Lager über seinen Mathematikaufgaben, und es wurde für eher wahrscheinlich gehalten, dass der Demokrat aufgibt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%