Experten: Heftigste Eruption des Vulkans seit 500 Jahren
Ausbruch Popocatépetl treibt zehntausende Mexikaner in die Flucht

afp MEXIKO STADT. Der mexikanische Vulkan Popocatépetl ist ausgebrochen und hat zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Am Montagabend (Dienstagmorgen MEZ) spuckte der Krater während einer Dreiviertelstunde Lava und riesige glühende Gesteinsbrocken bis zu zwei Kilometer weit aus, wie Kameraaufnahmen des Nationalen Zentrums zur Katastrophenprävention (Cenapred) zeigten. Nach Angaben von Experten handelt es sich um die heftigste Eruption sei mindestens 500 Jahren. Die meisten der rund 40.000 Anwohner in unmittelbarer Nähe des Vulkans verließen daraufhin überstürzt ihre Häuser. Aus Furcht vor Plünderungen hatten sich in den vergangenen Tagen viele Menschen der Anordnung der Behörden zur Evakuiereung widersetzt.

Nach der Eruption sei die Gefahrenzone auf einen Radius von 24 Kilometern ausgedehnt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Notimex. Insgesamt sollten rund 56.000 Menschen aus 38 Ortschaften evakuiert worden. 2200 Hilfskräfte und Soldaten waren im Einsatz, um die Anwohner in Sicherheit zu bringen. 4500 hielten sich den Behörden zufolge in Mexiko-Stadt zum Einsatz bereit. Bereits am Freitag hatten die Behörden die Evakuierung von rund 40.000 Menschen im Umkreis von zwölf Kilometern angeordnet, doch nur etwa zehn Prozent waren der Aufforderung gefolgt. Viele befürchteten Plünderungen wie 1994, als sie schon einmal evakuiert wurden. Ein 75-jähriger Dorfbewohner erlitt laut Zivilschutz einen Herzinfarkt und starb, als er den Krater in Flammen sah.

Vermutlich werde auch auf die 60 Kilometer entfernte Millionen-Metropole Mexiko-Stadt ein Ascheregen niedergehen, sagte Cenapred-Chef Roberto Quass. Einsatzleiter Ramón Peña schätzte die Lage als "extrem gefährlich" ein. Es galt die höchste Alarmstufe. Der 5230 Meter hohe Popocatépetl, "Rauchender Berg" in der Nahuatl-Sprache, gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Mit seinem 900 Meter breiten und 150 Meter tiefen Krater gehört er zu den aktivsten Vulkanen Lateinamerikas. Er liegt rund 60 Kilometer östlich von Mexiko-Stadt zwischen den Bundesstaaten Morelos und Puebla. Vulkanologen verzeichnen seit 1993 eine zunehmende Aktivität des Popocatépetl. Nach einer 67-jährigen Ruhephase war er im Dezember 1994 erstmals wieder ausgebrochen. Bei seinem seither schwersten Ausbruch spuckte er im November vergangenen Jahres Lava und Asche zehn Kilometer hoch in die Luft. Bei einem Ausbruch sind die Dörfer in einem Umkreis von 30 Kilometern durch die ausgestoßenen Schlamm- und Lavamassen gefährdet.

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