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Experten: Psychische Folgen von Biowaffen schwerwiegend

Terror mit Biowaffen wirkt weniger physisch als psychisch. Das zumindest behaupten britische Wissenschaftler.

dpa LONDON. Die psychischen Folgen einer Verseuchung mit biologischen und chemischen Waffen sind möglicherweise schlimmer als ihre gesundheitlichen Auswirkungen. Hauptziel des Bio-Terrorismus sei die "Zerstörung mit psychischen Mitteln" durch die Verbreitung von Angst, Verwirrung und Unsicherheit, berichten amerikanische und britische Wissenschaftler im Fachmagazin British Medical Journal.

"Selbst wenn die kurzfristigen Folgen einer Attacke mit chemischen oder biologischen Waffen weniger schlimm sind als die apokalyptischen Szenarien, die gegenwärtig von den Medien gezeichnet werden, könnte die langfristige Wirkung schlimmer sein, als bisher angenommen," schrieb der britische Ko-Autor des Berichts, Professor Simon Wessely.

Die Gesundheitsbehörden könnten "keine absolute Garantie" darüber geben, dass auch bei nur vorübergehendem Kontakt mit den Substanzen keine gesundheitlichen Schäden entstehen. Dadurch würde die "Frustration" der Betroffenen erhöht und ihr Misstrauen in die Medizin und in den Staat gestärkt.

"Unbestätigte oder kontroverse Hypothesen" über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Stoffe könnten in der Zukunft zu wichtigen Streitthemen in Wissenschaft und Medien werden, sagte Wessely voraus. Dies habe sich bereits an den Beispielen des Einsatzes chemischer Stoffe im Golfkrieg und auf dem Balkan gezeigt.

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