Experten räumen betrieblicher Altersvorsorge gute Chancen ein
Vorsorge: Hohe Erwartungen an Pensionsfonds

Die betriebliche Altervorsorge wird durch die Riester-Rente aktueller denn je. Dennoch ist diese "bequeme" Lösung nicht unbedingt die bessere.

HANDELSBLATT. Der betrieblichen Altersversorgung wird durch die Rentenreform ein gewaltiger Aufschwung vorhergesagt. Auf einer Handelsblatt-Tagung in Potsdam mehrten sich jetzt jedoch erstmals skeptischere Stimmen. "Der Boom der betrieblichen Altersversorgung wird kommen, aber später als erwartet", sagte etwa Paulgerd Kolvenbach, der erst vor wenigen Tagen vom Gerling Pensionsmanagement zur neu gegründeten Ergo People & Pension GmbH gewechselt ist. Beide Spezialgesellschaften gehören führenden Versicherungsgruppen auf dem Gebiet der betrieblichen Altersversorgung an.

Experten verweisen darauf, dass derzeit das Volumen der Leistungen aus privaten Altersvorsorgeverträgen ungefähr dreimal so groß ist wie das Volumen der Rentenzahlungen aus betrieblichen Vorsorgeeinrichtungen. Dieses Verhältnis zugunsten der betrieblichen Altersvorsorge umzukehren, benötige Zeit. Zudem sei noch nicht abzusehen, wie viele Sparer tatsächlich von der Möglichkeit der Gehaltsumwandlung vom kommenden Jahr an Gebrauch machen werden. Viele Arbeitnehmer könnten sich nur schwer den Gehaltsverzicht überhaupt leisten. Entgegen landläufiger Meinung sei die betriebliche Altersversorgung zudem nicht generell kostengünstiger als die Privatvorsorge, sagten Tagungsteilnehmer. Das Einsparpotenzial werde überschätzt.

Dennoch erwarten viele Experten, dass der neue Altersvorsorge-Markt bereits Anfang nächsten Jahres verteilt wird. Dann beginnt der Staat mit der Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

Experten erwarten, dass rund zwei Drittel der so genannten Riester-Renten in die betriebliche Altersversorgung fließen wird und nur ein Drittel in die private. Die Versicherungsvertreter beeilen sich daher, ihre Kunden zu besuchen, bevor deren Arbeitgeber ihnen eine Alternative empfehlen. Denn "Herrn Kaiser" und seine Kollegen befürchten, dass das große Firmengeschäft mit der betrieblichen Altersversorgung an ihnen vorbei läuft.

Als Star der Rentenreform wird der Pensionsfonds gehandelt. Ob diese neue Form der betrieblichen Altersversorgung den übrigen Varianten (Pensionsrückstellung, Unterstützungskasse, Pensionskasse und Direktversicherung) tatsächlich den Rang ablaufen wird, bleibt aber abzuwarten.



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