Experten raten zu Discountzertifikaten und Gold als Krisenanlagen
Börsen-Baisse geht an der Invest Stuttgart vorbei

Drei Jahre Talfahrt an den Aktienmärkten haben der Anleger- und Finanzmesse Invest kaum geschadet. Knapp 8 000 Besucher informierten sich am Wochenende auf dem Stuttgarter Killesberg.

STUTTGART. Im vergangenen Jahr waren es 10 000 Besucher gewesen. Den Rückgang erklärten die Veranstalter mit dem schwierigen Marktumfeld. "Die Invest hat sich aber etabliert", sagte der Geschäftsführer der Messe Stuttgart, Ulrich Kromer. Laut Andreas Willius, Vorstand der mitveranstaltenden Börse Stuttgart, findet die Messe auch 2004 statt.

130 Aussteller (Vorjahr 168) aus der Finanzbranche präsentierten sich den Besuchern Experten gaben den Anlegern in Podiumsdiskussionen Ratschläge für Anlagechancen in der Krise. Sie wiesen unter anderem auf (Discount-)Zertifikate und Rohstoffe wie Gold als Krisenanlagen mit Chancen auf Kursgewinne hin. Aussteller berichteten, die Besucher seien besser vorbereitet zur Messe gekommen als in den Vorjahren. Nicht nur Informationen zu Aktien standen hoch im Kurs. Heiß diskutiert wurden Anlageinstrumente, die von Schwankungen der Börsenkurse weitgehend unabhängig sind - wie Gold - oder die von den hohen Kursausschlägen sogar profitieren - wie bestimmte Zertifikate.

Stefan Schilbe, Chefvolkswirt von HSBC Trinkaus & Burkhardt, legte den Besuchern Discountzertifikate ans Herz. Diese Papiere bilden Aktien oder Indizes ab. Sie ermöglichen den Kauf der untergelegten Produkte zu einem niedrigeren Kurs als dem Börsenkurs ("Discount"). Dafür sind die Gewinnchancen nach oben limitiert. Angesichts der von den Experten für die nähere Zukunft erwarteten Seitwärtsbewegung mit hohen Kursausschlägen halten auch Roland Lang von der Commerzbank und Wolfgang Gerhardt von Sal. Oppenheim die Discountzertifikate für die geeignete Anlageform.

Experten der BW Bank raten, einen Teil des Kapitals in Gold anzulegen. Markus Mezger, Volkswirt der Bank, sieht in Gold einen neuen "Megatrend". Trotz des Preisrückgangs von 380 $ je Feinunze auf gut 320 $ sieht Metzger den langfristigen Aufwärtstrend als "intakt" an. Anleger sollten den gesunkenen Preis für Zukäufe nutzen und ihr Portfolio so gegen die Börsenschwankungen absichern.

Was die weitere Entwicklung an den Börsen betrifft, blieben die Experten vorsichtig. "In den USA rechnen wir wegen der noch recht hohen Bewertung der Unternehmen und der Problematik der Pensionsverpflichtungen mit stagnierenden oder sinkenden Kursen", sagte HSBC-Stratege Schilbe. Auch das US-Haushaltsdefizit und die hohen Kosten des Irak-Kriegs bereiteten Sorgen. Für den deutschen Markt waren die Experten optimistischer. Roland Lang von der Commerzbank sieht für den Dax gute Chancen, am Jahresende im Bereich von 3 000 Punkten zu stehen. Er rät Anlegern, bei Rückschlägen zu kaufen.

Quelle: Handelsblatt

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