Experten rechnen mit Mittelzuflüssen in Höhe von 36 bis 45 Mrd. Euro bis 2008
Versicherer gelten als Gewinner beim erwarteten Boom der Pensionsfonds

Pensionsfonds und-kassen werden die großen Gewinner der Rentenreform. Davon ist das auf den Finanzdienstleistungssektor spezialisierte Beratungsunternehmen zeb/rolfes.schierenbeck.associates (zeb) überzeugt.

FRANKFURT/M. Es rechnet bis zum Jahr 2008 mit Mittelzuflüssen von 36 bis 45 Mrd. Euro in Pensionsfonds und-kasse. Dies wäre fast die Hälfte der Gelder, die bis 2008 in die geförderte private und betriebliche Altersvorsorge fließen sollen. "Wir rechnen hier insgesamt mit Zuflüssen in Höhe von 80 bis 100 Mrd. Euro", sagte Andreas Rinker, geschäftsführender Partner der Beratungsfirma, vor der Presse.

Pensionsfonds sind mit der Rentenreform als fünfte Variante der betrieblichen Altersversorgung dazugekommen neben Direktversicherung, Unterstützungskasse, Direktzusage und der Pensionskasse. Der Start der Pensionsfonds ist mit hohen Erwartungen verbunden, da diese die eingezahlten Gelder relativ frei am Kapitalmarkt investiert können.

Die Höhe der späteren Leistungen an die Arbeitnehmer hängt somit von der erzielten Rendite ab. Ein totales Verlustrisiko besteht hingegen für die Arbeitnehmer nicht: Der Arbeitgeber muss dafür einstehen, dass sie zumindest die eingezahlten Beiträge erhalten. Auch zeb erwartet, dass Pensionsfonds populär werden, da diese dank der größeren Freiheiten bei der Anlage höhere Renditen erwarten lassen.

Im Geschäft mit der betrieblichen Altersvorsorge sehen die Experten die Versicherer im Vorteil: Denn die meisten Durchführungswege haben versicherungsähnliche Eigenschaften. Darüber hinaus bieten viele Versicherer den Unternehmen bereits alle Durchführungswege an und sind auch stark in den Konsortien bei den Tariflösungen wie der Metallrente vertreten.

Als Problem bei den Pensionsfonds sehen Experten das komplizierte Regelwerk. Auch gebe es noch Klärungsbedarf bezüglich der konkreten Anlagebestimmungen.

Als Fortschritt bewerten die Experten die jüngste Gesetzesänderung, dass Pensionsfonds Leistungen nicht nur in Form von Rentenzahlungen, sondern auch als Auszahlungspläne erbringen können. Damit besteht die Möglichkeit, bis zu 20 % des bei Beginn der Auszahlungsphase vorhandenen Kapitals auf einmal an den Berechtigten auszuschütten.

Dadurch gewinne der Pensionsfonds weiter an Attraktivität, sagen Experten.

Einige von ihnen fordern eine weiter gehende Liberalisierung der Anlagebestimmungen. Raimond Maurer, Professor an der Frankfurter Goethe-Universität, befürwortet die Einführung einer Variante nach dem US-amerikanischem Vorbild der "401k"-Sparpläne. Dabei können die Bürger die Anlageform selbst wählen.

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