Experten rechnen zum Teil mit deutlichen Kurssteigerungen
Analysten empfehlen Versicherungs-Aktien

Zwar belasten die Kosten der Flutkatastrophe die Versicherer. Analysten glauben indes nicht, dass die Belastungen die Ergebnisse nachhaltig trüben.

FRANKFURT/M. "Die Flutkatastrophe ist für mich kein Grund, meine Prognosen für Versicherungs-Titel zu korrigieren", erklärt Dierk Schaffer, Analyst bei der WGZ-Bank. Er empfiehlt, Aktien von Allianz, Münchener Rück und Hannover Rück zu kaufen. Schaffer rechnet mit einem Schaden für die Allianz von 100 bis 200 Millionen Euro. "Eine Belastung in dieser Höhe liegt in einem durchaus normalen Rahmen solcher Großschäden", sagt Schaffer. Als Kursziel gibt er für die Allianz 260 Euro an. Derzeit notiert die Aktie bei rund 137 Euro.

"Die Belastung durch das Hochwasser wird für die Allianz zwar signifikant sein, aber konkrete Zahlen wurden bisher noch nicht veröffentlicht", sagt Thorsten Wenzel, der bei der DZ Bank Versicherungs-Titel analysiert. Auch Wenzel hält trotzdem an seiner Empfehlung "akkumulieren" für die Allianz-Aktie fest. Für den Kurs sieht er ein mittelfristiges Aufwärtspotenzial von zehn Prozent. "Dass es eine Belastung für die Versicherer gibt, ist den Marktteilnehmern bekannt und soweit möglich schon im Kurs eingepreist", fügt Wenzel hinzu. Sein Kollege Michael Haid, Analyst bei Sal. Oppenheim empfiehlt die Titel des größten deutschen Versicherers als outperformer. Als Kursziel gibt Haid 175 Euro an. "Wir erwarten einen Schaden von rund 200 Millionen Euro für die Allianz. Die Obergrenze liegt bei 500 Millionen Euro, aber selbst dann würde die Belastung je Aktie nur bei zwei Euro liegen", sagt Versicherungs-Experte Haid.

Viele Analysten gehen davon aus, dass durch das Hochwasser das Geschäft der Versicherer in Deutschland sogar belebt wird. Das Risikobewusstsein in der Bevölkerung sei geschärft worden. Versicherer profitieren daher von einer zunehmenden Nachfrage nach Versicherungsprodukten für Elementarschäden und steigenden Preisen.

Rückversicherer: Zahlungen bewegen sich im Durchschnitt

Dennoch müssen nicht nur Versicherungen, sondern auch Rückversicherer mit den üblich hohen Zahlungen bei Naturkatastrophen rechnen. "Als wichtigster Rückversicherer der Allianz ist die Münchener Rück möglicherweise noch stärker betroffen", schätzt Wenzel von der DZ Bank. Dies würde in erster Linie von der Vertragsgestaltung der beiden Finanzdienstleister abhängen, die aber nicht publiziert würde. Auch für die Aktie der Münchener Rück sieht Wenzel gegenwärtig ein zehnprozentiges Kurspotenzial und empfiehlt, das Papier zu akkumulieren. "Über die Schadensbelastung bei der Münchener Rück kann man nur spekulieren", meint auch Haid von Sal. Oppenheim. "Doch die Situation wird ähnlich sein, wie bei der Allianz." "Der aktuelle Schadensfall für die deutschen Rückversicherer ist aber kein Ausreißer. Es handelt sich um ein normales Auftreten von Schäden durch Naturkatastrophen, die sich einem langjährigen Durchschnitt bewegt", meint der Versicherungs-Analyst Schaffer.

Für die Hannover Rückversicherung wird eine Belastung im zweistelligen Millionenbereich erwartet. "Vom Volumen ist das aber nicht so hoch, dass es der Hannover Rück das Ergebnis verhageln wird", meint Wenzel. Es werde viel Wirbel um den Schaden für die Versicherer gemacht, weil das Hochwasser in Deutschland betreffe. "Doch mit solchen Ereignissen werden Versicherer immer wieder konfrontiert. Ein Schaden von 20 bis 30 Millionen Euro für die Hannover Rück ist nicht spektakulär", so Wenzel.

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