Experten schätzen deutlichen Anstieg
Rund 4,64 Millionen Arbeitslose im Februar

Frost und die flaue Konjunktur haben die Zahl der Arbeitslosen im Februar weiter in die Höhe getrieben. Nach Experten-Berechnungen waren rund 4,643 Millionen Menschen ohne Arbeit. Dies wären rund 20 000 mehr als im Januar.

HB/dpa NÜRNBERG. Die "Bild"-Zeitung geht nach einer Vorab-Meldung ihrer Freitagausgabe sogar von 4,648 Millionen Erwerbslosen aus, was im Monatsvergleich einen Zuwachs von rund 25 000 Beschäftigungslosen bedeuten würde. Die offiziellen Zahlen will die Bundesanstalt für Arbeit am nächsten Donnerstag (6. März) bekannt geben.

Im Vergleich zum Januar 2002 stieg die Zahl der Frauen und Männer ohne Beschäftigungsverhältnis Experten-Berechnungen zufolge im Februar um rund 340 000. "Dieser erneute starke Zuwachs ist ein deutliches Indiz für die aktuelle Konjunkturschwäche", stellt der Arbeitsmarktexperte Rainer Schmidt vom Kieler Weltwirtschafts- Institut fest. Dabei habe die Februar-Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland deutlich stärker zugelegt als im Westen. Die winterliche Kälte habe dort beim Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe von 2002 für eine Zwangspause gesorgt.

Die DZ-Bank in Frankfurt sieht im Februar sogar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um knapp 40 000 auf rund 3,66 Millionen. Bei der um saisonale Sondereffekte bereinigte Zahl geht die Bank von einer Zunahme von 30 000 aus. "Diese Zahl dürfte auch in den kommenden Monaten noch weiter steigen", erwartet Analyst Bernd Weidensteiner. Mit einer Trendumkehr auf dem Arbeitsmarkt rechnet der Fachmann vorerst nicht. "Bei den aktuellen Wirtschaftszahlen wundert das keinen. Wo soll es denn herkommen?", betont Weidensteiner.

Im Januar waren nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit 4 623 100 Menschen ohne Arbeit gewesen. Dies waren 398 000 mehr als im Dezember und zugleich die höchste Arbeitslosenzahl seit dem Antritt der rot-grünen Koalition. Im Vergleich zum Januar 2002 hatte die Zahl der Erwerbslosen um 333 200 zugenommen. Die Arbeitslosenquote war im Januar 2003 um 1,0 Prozentpunkte auf 11,1 Prozente gestiegen. Verantwortlich für den starken Zuwachs war im Januar neben dem harten Winterwetter auch der Kündigungstermin zum Jahresende 2002.

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