Experten schließen kurzfristig weitere Tiefstände am Neuen Markt und der Nasdaq nicht aus
Frühere Börsenlieblinge sorgen für schlaflose Nächte

Experten schließen kurzfristig weitere Tiefstände am Neuen Markt und der Nasdaq nicht aus.

ap FRANKFURT/MAIN. Die früheren Börsenlieblinge bereiten den Anlegern derzeit schlaflose Nächte. Seit Wochen halten der Neue Markt und die US-Wachstumsbörse Nasdaq die Anleger mit immer neuen Tiefständen in Atem. Am Montag sackte der Neue Markt zeitweise auf ein Jahrestief und die Nasdaq fiel mit 2 966,72 Punkten zum ersten Mal in einem Jahr unter die Marke von 3 000 Zähler. Zwar zeigte der Nemax All Share bis zum Dienstagnachmittag mit rund 135 Punkten wieder deutlich nach oben, doch hatte er damit die Verluste vom Vortag noch nicht wettgemacht. Nach Einschätzung von Experten könnte es kurzfristig durchaus noch weiter nach unten gehen.

So erwartet die HypoVereinsbank in den kommenden Wochen noch keine deutliche Aufwärtsbewegung. Noch sei der Boden nicht gefunden, argumentieren die Experten. Zwar sollten sich die Wachstumswerte im kommenden Jahr wieder erholen. Einigen Branchen, insbesondere die Internetwerte, für die Branchenerwartungen nach unten korrigiert worden seien, würden künftig aber wohl kritischer betrachtet werden. Eine Prognose wagte die HypoVereinsbank im Gegensatz zur DG Bank allerdings nicht. Letztere hatte in der vergangenen Woche prognostiziert, der Nemax-All-Share, werde im Frühjahr 2001 wieder bei 8 000 Punkten liegen.

Nach Einschätzung von Experten spielen derzeit vor allem Befürchtungen eine Rolle, in den USA könnte sich die Konjunktur abrupt abschwächen. Ein so genanntes hard landing würde vor allem die Technologiewerte empfindlich treffen. Gewinnwarnungen einiger Unternehmen verschlechterten die ohnehin schon gedämpfte Stimmung. Dennoch erwartet die WestLB Panamure bis Jahresende einen Kursanstieg von Nasdaq und Dow Jones bis zu zehn Prozent.



DSW rät Anlegern zur Ruhe



Für Anleger, die kurzfristig investierten, seien die Zeiten derzeit schlecht, sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Die Schaukelbörse nach unten könne noch eine Weile anhalten angesichts der Unsicherheiten über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl und der weiteren Konjunkturentwicklung. Derzeit sähen die Börse von zwei Möglichkeiten immer nur die schlechtere Alternative. Langfristig sollten die Kurse aber wieder steigen. Den Anlegern riet der Aktionärsschützern, Ruhe zu bewahren und nicht hinter dem Trend herzujagen.

Die Tatsache, dass auch große Technologiewerte wie Siemens oder Infineon derzeit von den Anlegern abgestraft werden, ist nach Einschätzung von Kurz nicht mehr rational zu begründen. Schließlich legten Siemens und Infineon mehr als ansehnliche Zahlen vor. Kleine Werte am Neuen Markt haben in der Vergangenheit dagegen viel Vertrauen verspielt, da sind sich die Experten einig. Mit übertriebenen Gewinnprognosen seien die Anleger enttäuscht worden, hinzu kämen die ersten Insolvenzen, die auf die Stimmung drückten. Nach der Übertreibung nach oben Anfang des Jahres, gehe es jetzt in die Gegenrichtung. Derzeit würden nur noch schlechte Nachrichten wahrgenommen. Auch Unternehmen, die Positives zu vermelden hätten, gerieten in den Abwärtssog, hieß es bei der WestLB Panamure.



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